Prozess: Amtsgericht verurteile 41-Jährige wegen Betruges zu einer Geldstrafe

Geschichte mit vielen Zufällen

Treysa. Wegen Betrugs musste sich eine 41-Jährige aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Strafrichter am Amtsgericht in Treysa verantworten. Laut Anklage hatte sich die Frau vor zwei Jahren Zugang zum Onlinekonto einer Kundin eines Versandhauses verschafft und auf deren Namen einen weißen Kleiderschrank bestellt.

Zwecks Lieferung soll die Angeklagte ihr eigenes Türschild mit dem Namen der Zeugin überklebt haben. Auch sei die Rechnung von 244,90 Euro, inklusive Versandkosten, nicht beglichen worden.

Das Gericht verurteilte die nicht vorbestrafte 41-Jährige zu einer Geldstrafe von 350 Euro. Zudem muss sie für die Verfahrenskosten aufkommen.

Die Angeklagte blieb vor Gericht bei ihrer Polizeiaussage. Eine Bekannte aus Frankfurt, die den gleichen Namen wie die Zeugin trage, habe sich ab und an in ihrer Wohnung aufgehalten und ihren Umzug in die Region geplant. Da die Bekannte selbst noch über keine neue Adresse verfügt habe, habe sie ihr gestattet, an ihre Adresse liefern zu lassen. Die Bekannte, habe sie gefragt, ob sie wegen der Lieferung ihren Namen auf das Türschild kleben dürfe. Sie selbst habe einen ähnlichen Schrank, den sie auf dem Flohmarkt erstanden habe. Dieser sei jedoch beschädigt, sagte die 41-Jährige.

Sie kenne die Angeklagte nicht, sagte die Zeugin, auf deren Namen der Schrank bestellt worden war. Das Versandhaus habe sich per E-Mail bei ihr gemeldet und ihr Betrug vorgeworfen, weil sie angeblich Ware an eine andere Adresse habe liefern lassen und diese nicht bezahlt habe. Daraufhin habe sie die Polizei eingeschaltet.

Wohnung durchsucht

Zwei Schwalmstädter Polizeibeamte berichteten von ihren Ermittlungen. Auf Beschluss sei die Wohnung der Angeklagten durchsucht worden. Dabei sei man auf einen Schrank wie den gesuchten gestoßen. Der sei nicht im besten Zustand gewesen. In der Wohnung habe man einen Mann angetroffen, nach dem gefahndet worden sei.

Sie habe sich die Wohnung zweimal angesehen, sagte die Nachmieterin der Angeklagten. Sie erinnere sich, dort einen weißen Schrank gesehen zu haben. Ob es sich um den besagten Schrank gehandelt habe, könne sie aber nicht sagen.

Als nicht glaubhaft werteten der Vertreter der Staatsanwaltschaft und der Richter die Schilderungen der Angeklagten und hielten ihrer Aussage die Aussagen der Zeugen entgegen. Die Geschichte der 41-Jährigen basiere auf zu vielen Zufällen, sagte der Richter.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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