Außerdem: Winzige Toiletten, Heizung und Elektrik veraltet

Dokumente sind zu schwer:  Heimatkundliches Archiv in Homberg braucht neue Räume

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An der Belastungsgrenze: Eckhard Preuschhof und Margarete Bott in einem der bis oben hin gefüllten vier Räume des Heimatkundlichen Archivs in Homberg.

Homberg. Sein Hilferuf verhallte bisher ungehört: Eckhard Preuschhof, Leiter des Heimatkundlichen Archivs in Homberg, macht sich große Sorgen um die Zukunft des Archivs.

Deshalb hatte er sich vor etwa einem Jahr mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit gewandt. Doch ist seitdem Preuschhofs Sorge weiter gewachsen, denn eine Lösung ist nicht in Sicht.

Dabei sind schon jetzt die Räume des Archivs in der Bischofstraße mehr als bis obenhin gefüllt. Das Gewicht der Archivalien, Druckschriften, Bilder und Co. ist so schwer, dass die Unterlagen zum Teil schon zu schwer für die Räume in dem über 350 Jahre alten Fachwerkhaus sind. Vier Räume stehen dem Archiv zur Verfügung, in zweien habe man die zulässige Belastung von 150 Kilogramm pro Quadratmeter überschritten. „Wir haben Balken unter die Regale gelegt und so das Gewicht verteilt“, erklärt Preuschhof. Außerdem seien die Regale allesamt entlang der Außenwände aufgestellt, um die Querwände nicht weiter zu belasten. Die Grenze sei erreicht, das habe ein Statiker belegt.

„Unser Hilferuf ist verhallt.“ 

Die Hoffnung von Preuschhof und den anderen fünf ehrenamtlichen Mitarbeitern des Archivs, dass sie in einem oberen Stockwerk der ehemaligen Engel-Apotheke unterkommen können, hat sich zerschlagen. Denn auch für dieses Fachwerkhaus seien die gesammelten Werke zu schwer. „Dieses Projekt ist für uns gestorben“, sagt er. Das bedeute vor allem eines: Bekommt das Heimatkundliche Archiv einen größeren Nachlass angeboten, kann dieser nicht angenommen werden.

Die Statik in der Bischofstraße sei nicht das einzige Problem: Elektrik und Heizung sind völlig veraltet, die Toilette ist nicht mal drei Quadratmeter groß. Noch hat Preuschhof die Hoffnung nicht aufgegeben. „Wir brauchen Sponsoren“, sagt er. „Vielleicht weiß jemand nicht, was er mit seinem Haus machen soll. Ältere Leute, die es uns gerne zur Verfügung stellen würden, weil sie keine Verwandten haben.“ Solche Fälle habe es schon gegeben.

Ihm sei klar, dass das Problem des Archivs für viele Menschen keines sei. „Die Archivarbeit ist auf der Skala der meisten Menschen weit unten angesiedelt.“ Die Vergangenheit sei aber wichtig für die Zukunft. „Ohne die Betrachtung des Vergangenen kann man die Zukunft nicht bewältigen. Das gilt auch im kommunalen Bereich“, sagt Preuschhof. Er habe seinen Hilferuf nicht direkt an die Stadt gerichtet, doch habe Bürgermeister Dr. Nico Ritz reagiert, sagt der Archivleiter.

Das sagt Bürgermeister Dr. Ritz 

Er habe eine konkrete Idee, die aber mit der ehemaligen Engelapotheke und der Entwicklung der Umstrukturierung des Rathauses - speziell des Verwaltungsgebäudes Obertorstraße 1 - zu tun habe, so Bürgermeister Dr. Nico Ritz. Sollten sich die Stadtverordneten für eine gemeinsame Erschließung der Gebäude entscheiden, wäre es sinnvoll, das Heimatkundliche Archiv im Erdgeschoss der Obertorstraße unterzubringen. Dort ist jetzt das Bürgerbüro.

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Quelle: HNA

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