Wilhelm-Filchner-Schule kooperiert mit Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen

Geschichte wird greifbar

Stolz präsentieren sie die kurz zuvor unterzeichnete Vereinbarung: (von links) Dr. Susanne Urban (Bereichsleiterin Forschung ITS), Marcus von der Straten (Fachvorsteher Geschichte), Jean-Luc Blondel (Direktor ITS), Schulleiterin Rita Schmidt-Schales und Karl-Heinz Wolff (Leiter Aufgabenfeld Gesellschaftswissenschaften und Religion). Foto: Laumann

wolfhagen. „Es geht weiter in die Region“, sagte Jean-Luc Blondel: Über Bad Arolsen führte der Weg nach Wolfhagen. Die Wilhelm-Filchner-Schule (WFS) ist nach der Christian-Rauch-Schule (Bad Arolsen) die zweite Schule, mit der der Internationale Suchdienst (ITS) kooperiert. Am Dienstag setzten der ITS-Leiter und Schulleiterin Rita Schmidt-Schales mit blauer Tinte ihre Unterschriften unter die Vereinbarung.

Geschichtswerkstatt

Mit Beginn des kommenden Schuljahres werden mehr Filchner-Schüler in dem digitalen Archiv und der Bibliothek des ITS in Bad Arolsen forschen. Bisher gab es zwei Geschichtswerkstätten für Oberstufen-Schüler. In der ersten Werkstatt recherchierten Schüler Schicksale von Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung aus Wolfhagen. In der zweiten Werkstatt öffneten sie die Perspektive auf Nordhessen. Beide Male wurde die Geschichte durch konkrete Schicksale greifbar. Die Schüler lernten, dass Geschichte nicht abstrakt und weit entfernt gemacht wird, sondern hier vor Ort stattfindet. „Der persönliche und regional geprägte Zugang kann einen Grundstein für eine verantwortungsvolle Haltung legen“, erklärt Schulleiterin Schmidt-Schales.

Glücksfall

Künftig sollen die Schüler das Archiv auch für Hausarbeiten und Präsentationen in anderen Fächern nutzen. „Der ITS ist ein absoluter Glücksfall“, sagt Marcus von der Straten, Fachvorsteher Geschichte an der WFS. Denn der Wissensdurst der Schüler sei groß. Die Phase, in der Schüler gesättigt vom Thema Nationalsozialismus waren, sei vorbei. „Sie sind hochmotiviert und wollen viel erfahren. Da kann man nicht genug anbieten“, erklärt der Pädagoge.

Auch künftig soll es vor allem um das nationalsozialistische Terrorsystem und die Verfolgung von Juden und Sinti aus Nordhessen gehen. Auch Überlebende, die nach dem Krieg in Camps für Displaced Persons in der Region lebten, sollen im Fokus stehen. Für Blondel ist die Kooperation eine logische Konsequenz. Denn auch wenn der Internationale Suchdienst weltweit aktiv ist, ist für ihn klar: „Der ITS ist auch eine regionale Einrichtung.“

Von Anke Laumann

Quelle: HNA

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