Geschichte Zug um Zug: Homberger Schachclub wird 40 Jahre alt

Nach sauberer Eröffnung: Der 72-jährige Volker Lechler weiß, wie man en passant frisch rochierte Schwerfiguren schäfermatt setzt. Foto: Dessauer

Homberg. Als vor 40 Jahren der Homberger Schachclub gegründet wurde, war er dabei: Volker Lechler. Eine Reise durch die Geschichte und sein Leben.

Der Homberger Lechler (72), lange Zeit Lehrer für Geschichte, Politik und Französisch an der Theodor-Heuss-Schule, ist das letzte Gründungsmitglied des hiesigen Schachclubs. Am Samstag, 12. November, feiert dieser sein 40-jähriges Bestehen.

Das erste Spiel

1958 wird in Wiesbaden die Fünf-Tage-Woche für hessische Beamte abgelehnt und Opel baut den Rekord P1, der 50 Jahre später bei der Oldtimersternfahrt zum Hessentag von Allendorf nach Homberg fahren wird. Währenddessen erlernt im Baden-Württembergischen Pforzheim der 14-jährige Volker Lechler von seinem Stiefvater das Schachspielen. Die erste Partie geht um 50 Pfennig. Es ist ein erbittertes Duell. Wer am Ende gewonnen hat? „Das weiß ich gar nicht mehr.“

Die Gründung des Clubs

1976: Mittlerweile ist der Junge von einst erwachsen geworden. Doch die Spiele mit seinem Stiefvater haben Volker Lechler angefixt. Nach dem Umzug der Familie nach Arolsen, wo er 1964 Abitur macht, zieht es Lechler zum Studieren nach Marburg und anschließend als Lehrer nach Homberg an die Theodor-Heuss-Schule. Am 16. Dezember 1976 gründet der Norweger Dr. Olaf Hjorth im Homberger Hotel Deutscher Kaiser den Schachclub. Mit am Tisch: Volker Lechler. Im selben Jahr wird das Soldatenheim „Haus zur Lichte“ fertiggestellt. Es wird zum Treffpunkt des Clubs.

Der Fall der Mauer

1989: Die deutsche Wiedervereinigung hat auch Auswirkungen auf den Homberger Schachclub. Denn in der DDR ist Schach weitaus populärer als im Westen. Nach dem Fall der Mauer entwickelt sich eine Freundschaft zwischen dem Schachdorf Ströbeck in Sachsen-Anhalt und dem Homberger Schachclub. Lechler sagt: „Schach hat die deutsche Wiedervereinigung gefördert.“

Die Stadthalle in Homberg

1991 ist Lechler Teil der Bürgerinitiative, die den Gudeschen Saal zur neuen Stadthalle macht - und Nachbar des Initiators Georg Ritter. Gegen Ritter, mit dem er heute im Verein „Bürger für Homberg“ ist, hat Lechler aber nie gespielt: „Ich glaube, er ist kein Schachspieler.“

Das Online-Spiel

Heute spielt Lechler auch online Schach. „Eine Partie zwischendurch, wenn meine Frau fernsieht, geht immer“, sagt er. Für Lechler ist Schach fester Bestandteil seines Lebens. Egal ob im Club oder privat. Was ihn nach 50 Jahren noch immer an dem Taktiksport fasziniert? „Es ist ein Spiel, bei dem nichts auf Zufall basiert, das einen voll in die Verantwortung zieht.“ Schach sei Kampf, sagt der 72-Jährige, und schließt: „Wenn man verliert, hat man selbst Schuld. Das ist die Härte des Spiels.“

Quelle: HNA

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