Geselliger Spaß aus Holz: Deutsche und tschechische Tischler-Azubis bauten Spieltische

Praktisch und formschön: Über das Spieltisch-Unikat freuten sich Käthe Neddermeyer (links vorn) und Franziska Hentrich (rechts vorn) gemeinsam mit Lehrern und den Berufsfachschülern. Foto: Ehl-von Unwerth

Homberg. Eines haben die Senioren des Caritas-Altenpflegeheimes St. Marien und die hör- und sehbehinderten Hermann-Schafft-Schüler gemeinsam: An baugleichen Tischen können sie künftig ausgiebig ihrer Spielleidenschaft nachgehen.

Zu verdanken ist dies einer deutsch-tschechischen Gemeinschaftsproduktion: Holztechnik-Berufsfachschüler der Homberger Reichspräsident-Friedrich-Ebert Schule bauten gemeinsam mit Auszubildenden der tschechischen Partnerschule aus Pelhrimov mehrere maßgefertigte Spieltische. Deren auswechselbare Platten umfassen ein Drei-in-Eins-Spielsystem mit einer Mühle-, einer Mensch-ärgere-Dich-nicht- sowie einer Carrom-Einlegeplatte.

Neben den beiden traditionellen Gesellschaftsspielen erwies sich insbesondere das hierzulande als Fingerbillard bezeichnete Geschicklichkeitsspiel Carrom bereits bei der Übergabe an die beiden Homberger Institutionen als Renner. Inmitten der Schreinerwerkstatt ließ es sich die 89-jährige Altenpflegeheim-Bewohnerin Käthe Neddermeyer nicht nehmen, die hörbehinderte Hermann-Schafft-Schulsprecherin Franziska Hentrich zu einigen Carrom-Spielzügen aufzufordern.

Auf dem mit Kartoffelmehl optimal präparierten Spielfeld schnippten beide hoch konzentriert den Schussstein, um die eigenen Spielsteine schnellstmöglichst in den anvisierten Ecklöchern zu versenken. Das positive Resümee beider: Ein toller Spielspaß für Jung und Alt. Mit abgedeckter Spielfläche kann das solide Möbelstück im täglichen Gebrauch zudem als nützlicher Beistelltisch dienen.

Neben den glücklichen neuen Besitzern profitierten auch die jungen Bauherren beider Länder von dem Projekt. Sie sammelten vielfältige Erfahrungen mit- und voneinander und freuten sich gemeinsam mit den betreuenden Berufsschullehrern Ludwig Prinz und Frank Lindekamm über die Werkstücke.

Nach der täglichen Kooperation an Werkbänken und CNC-Maschine erhielten sie mittels vielfältiger gemeinschaftlicher Freizeit-Unternehmungen zudem Gelegenheit, auf privater Ebene freundschaftliche Bande zu knüpfen. Fazit: Ein schulisches Vorzeige-Projekt, das nicht nur Kontakte zwischen Schülern unterschiedlicher Länder, sondern auch die Verbindung von Schule und Institutionen fördert. Zur Nachahmung empfohlen.

Quelle: HNA

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