Misshandlung: Ex-Freundin sagte gegen Angeklagten aus

Gestörte Beziehung

Treysa. Weil er seine Ex-Freundin misshandelt, ihr nachgestellt und sie in einem sozialen Netzwerk beleidigt und ihr gedroht haben soll, musste sich jüngst ein 21-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Jugendrichter am Amtsgericht in Treysa verantworten.

Wegen Beleidigung, Bedrohung und versuchter Nötigung wurde er nach dem Jugendstrafrecht verurteilt. Der Richter erteilte ihm die Weisung, am Projekt „Lernen durch Erfahrung“ teilzunehmen. Einen Tag wird der 21-Jährige nun zur Abschreckung in der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt verbringen.

Zudem ist es ihm untersagt, sich seiner Ex-Freundin zu nähern. Er muss eine Geldbuße von 500 Euro an die Frauenhilfe zahlen und für die Kosten des Verfahrens aufkommen.

Er und seine Ex-Freundin seien in ihrer Beziehung nicht gut miteinander umgegangen, sagte der Angeklagte. Er gab zu, sich gegenüber seiner Ex grob verhalten zu haben. Die Beleidigungen und Drohungen gegenüber der 20-Jährigen im sozialen Netzwerk räumte er ein.

Die Aussage seiner Ex-Freundin, er sei auf sie gesprungen, als sie sich auf dem Bett ausgeruht habe, stritt er ab. Auch habe er sie und ihre Schwester auf dem Heimweg nicht anfahren wollen. Er sei mit seinem Auto nicht auf den Gehweg gefahren und habe lediglich das Gespräch mit seiner Ex-Freundin gesucht.

Paar stritt sich häufig

Laut Aussage der 20-Jährigen hatte ihr der Angeklagte beim Sprung auf sie Schmerzen im Bereich der Rippen zugefügt. Anschließend habe er behauptet, er habe es nicht absichtlich getan. Während ihrer Beziehung hätten sie häufig gestritten, berichtete die 20-Jährige.

Es sei immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Wohl aus Eifersucht habe ihr Ex-Freund sie geschlagen. Auch getreten habe er sie. Zudem sei er unaufgefordert bei ihr aufgetaucht. Nachdem sie eine gerichtliche Verfügung gegen ihn erwirkt habe, sei es ruhiger geworden. Ein paar Mal noch habe er Kontakt zu ihr gesucht.

Die ältere Schwester der Zeugin sagte aus, sie sei mit ihrer Schwester zu Fuß auf dem Heimweg gewesen, als der Angeklagte im Bereich einer Ampel auf sie zugefahren, ausgestiegen und ausgerastet sei. Er habe sie am Hals gefasst, sagte die 24-Jährige. Sie habe ihrer Schwester zugerufen, sie solle die Polizei verständigen. Diese habe stattdessen ihre Brüder angerufen. Dem Angeklagten habe sie zu verstehen gegeben, sie würde sich nicht so behandeln lassen wie ihre Schwester und ihn anzeigen.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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