Martha Sonnenborn wird heute 100 Jahre alt

Getauft mit Fullewasser

Ein besonderer Ehrentag: Martha Sonnenborn, hier mit Tochter Brigitta, feiert heute in der Wolfhager Seniorenresidenz Phönix hren 100. Geburtstag. Foto: Michl

Wolfhagen. Martha Sonnenborn ist fest davon überzeugt, dass für sie ihr Nachname schicksalhafte Bedeutung hat. Denn das Sonnenlicht, so die rüstige Seniorin, sei die Quelle allen Lebens auf der Erde. Und das für sie schon ein Jahrhundert lang. Denn die als Martha Sonneborn am 15. Juli 1911 in Kassel-Wilhelmshöhe geborene und mit „Fullewasser“ getaufte Jubilarin feiert heute in den Wolfhager Seniorenresidenz Phönix ihren 100. Geburtstag.

Tochter kam aus den USA

Das schönste Festtagsgeschenk für Martha Sonnenborn ist, dass ihr einziges Kind, Tochter Brigitta Mascis, extra zum Ehrentag „der liebsten und besten Mutter“ über den großen Teich aus dem kalifornischen Los Angeles angereist ist. Mit den Grüßen und besten Wünschen von Marthas zwei Enkeln sowie zwei Urenkeln im Gepäck.

Obwohl Brigitta Mascic schon seit über 50 Jahren mit ihrer Familie in den Vereinigten Staaten lebt, ist der Kontakt zur alten Heimat Kassel und zu ihrer Mutter jedes Jahr durch gegenseitige Besuche gepflegt worden. Martha Sonnenborn reiste letztmalig mit 93 Jahren zu ihrer Tochter, erfüllte sich dabei einen Wunsch: Einmal das Spielerparadies Las Vegas zu erleben. „Meine Mutter“, so Tochter Brigitta, „ist schon immer eine leidenschaftiche Bingospielerin gewesen.“

Martha lernte nach der Schule den Beruf der Schneiderin mit Gesellenbriefabschluss. Arbeitete danach rund 40 Jahre lang in einem Kasseler Modeatelier. 1936 heiratete sie ihre große Liebe Heinrich Sonnenborn, ebenfalls ein waschechter Kasseläner, der als Rechtsberater bei den Städtischen Werken beschäftigt war. Mit ihm kam das vierte „n“ in Marthas Nachnamen hinzu.

Die junge Familie vergrößerte am 19. Februar 1942 Tochter Brigitta, der Vater musste kurz nach der Geburt wieder als Soldat an die Front nach Frankreich musste. Dort geriet er in Gefangenschaft, aus der er 1946 heimkehrte. Seine in Kassel „ausgebombte“ Familien hatte in Frankenhain eine neue Heimat gefunden.

Später zogen die Sonnenborns wieder nach Kassel, Vater Heinrich fand wieder bei seinem ehemaligen Arbeitgeber eine Anstellung.

Nach dem Tod ihres Ehemanns betreute Martha Sonnenborn in der gemeinsamen Wohnung bis Ende der 70er-Jahre ihren Vater Karl. Als dieser starb, versorgte sie sich bis Anfang 1997 allein, ehe sie sich entschloss, in die Wolfhager Seniorenresidenz zu ziehen.

Immer gesund

Was die Gesundheit betrifft, war Martha Sonnenborn ein Sonnenkind. „Abgesehen von altersbedingten Wehwehchen“, so Tochter Brigitta, „war meine Mutter noch nie ernstlich krank. Der Begriff Doktor ist für sie ein Fremdwort.“

Und die Jubilarin fügt lächelnd hinzu: „Der liebe Gott hat immer über mich und meine Lieben seine schützende Hand gehalten.“ (zih)

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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