Gewagte Tricks: Loshäuser machte Dirt Jumping zu seiner Leidenschaft

Flugphase mit Rad: Niklas Hoos aus Loshausen liebt den Kick, den er beim Dirt Jumping verspürt. Mit seinem Rad absolviert er rasante Fahrten über Erdhügel und hebt dabei zu wagemutigen Sprüngen ab. Das Foto zeigt ihn beim Training in Treysa. Foto: Heist

Loshausen/Treysa. Rasante Radfahrten mit gewagten Sprüngen über Erdhügel und dabei Kunststücke vollführen: Niklas Hoos aus Loshausen hat sich dem Dirt Jumping verschrieben, einer Kategorie des Freeride-Mountainbikesports, der eine große Körperbeherrschung voraussetzt.

„Beim Dirt Jumping fährt jeder einzeln. Drei bis vier Sprünge sind zu absolvieren. Dabei gilt es, möglichst viele Tricks zu zeigen, die bewertet werden“, erklärt Niklas, der diese Sportart seit sechs Jahren ausübt. Er sei durch einen Freund dazu gekommen. „Das sah ziemlich cool aus“, sagt der 20-Jährige. Zur Konfirmation habe er sich ein Rad gekauft. Dirt Bikes sind teuer. Für ein gutes Rad müsse man etwa 1200 Euro investieren. Es seien sehr robuste Räder, die in der Regel nur über einen Gang und eine Bremse verfügten, um Gewicht einzusparen und die Anfälligkeit für Schäden bei Stürzen zu verringern.

Sport ist Niklas’ große Leidenschaft. Neben dem Radfahren spielt der Abiturient des Schwalmgymnasiums Tischtennis und Tennis. Dirt Jumping sei sein Zeitvertreib Nummer ein. Bei Stress helfe es beim Abschalten. In der Woche trainiere er zwischen 25 und 30 Stunden. Am Wochenende kämen Wettkämpfe hinzu. Bisher habe er deutschlandweit an Wettbewerben teilgenommen.

Niklas Hoos

Dabei sei das Dirt Masters Festival in Winterberg, eine der größten Veranstaltungen in Europa, der Höhepunkt gewesen. „Das Fahren und der Spaß stehen im Vordergrund, obwohl ich schon recht ehrgeizig bin und gute Plätze herausfahren will. Das klappt nicht immer“, gibt Niklas zu.

Überwindung gehöre auch dazu. „Als ich das erste Mal mit auf der Strecke war, da standen wir ungefähr eine Stunde herum und haben überlegt, wer zuerst fährt. Aber wenn man einmal drüber gerollt ist, dann geht es“, erzählt der 20-Jährige. Seine Familie habe dem Sport anfangs kritisch gegenübergestanden, mittlerweile hätten es alle akzeptiert.

Schlüsselbein gebrochen

Das Verletzungsrisiko fahre immer mit. Abgesehen von kleineren Blessuren, habe er sich bei einem Sturz einen Schlüsselbeinbruch zugezogen, der ihn zwei Monate außer Gefecht gesetzt habe. Danach sei ihm zunächst die Lust vergangen. Nach ein bis zwei Wochen habe er aber wieder „Hummeln im Hintern verspürt“. „Es gibt Leute, die fallen hin und haben dann eine richtige Blockade im Kopf“, sagt Niklas. Er selbst habe kaum gezögert, nach der Verletzung wieder in den Sport einzusteigen.

Der Loshäuser Biker trainiert auf der Mountainbikestrecke am Ostergrund in Treysa, wo es speziell zum Einüben für die Tricks ein Schaumstoffbecken gibt. Niklas zählt zum „harten Kern an Schwälmer Bikern“, die regelmäßig dort trainieren. Was die Instandhaltung der Strecke betrifft, so wünschen er und seine Bikerkumpels sich ein wenig Unterstützung.

„Lines und Landungsplätze werden von uns freigehalten“, sagt Niklas. Für den Rest der Anlage, zum Mähen etwa, fehlten den Bikern die Maschinen. Auch Mülltonnen wären nicht schlecht, gerade weil sich die Strecke in unmittelbarer Nähe zu einer Schule befände.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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