Bläsergruppe Sachsen gab ein Gastkonzert in der Klosterkirche Spieskappel

Gewaltiger Posaunenklang

Satte Klänge in der Klosterkirche: Die Bläsergruppe Sachsen spielte in Spieskappel Foto: Decker

Spieskappel. Festliche Bläser-Musik war am Mittwochabend in der Klosterkirche Spieskappel von der Bläsergruppe Sachsen zu hören. Rund 60 Gäste lauschten im großen Kirchenraum den Kompositionen von Barock bis Moderne.

Den Beginn machte das Werk „Ricercar del Doudecimo Tuono“ von Andrea Gabrieli, gefolgt vom Stück „Hodie Christus natus est“ seines Neffen Giovanni Gabrieli in einer Bearbeitung für Bläser. Beide italienischen Künstler stehen für den musikalischen Übergang der Renaissance zum Barock.

Die 14 Musiker näherten sich der besonderen Akustik in einer der größten Kirchen des Schwalm-Eder-Kreises mit weiteren Stücken von Jeremiah Clarke, Richard Wagner und Paul Hindemith, um das akustische Volumen für das Werk „In der Halle des Bergkönigs“ aus Peer Gynt von Eduard Grieg voll auszuspielen. Die Orgel, gespielt vom Dirigenten Friedel W. Böhler, ging scheinbar in ein Zwiegespräch mit der Tuba. Das folgende „Erd und Himmel sollen singen“ aus der Feder des Dirigenten ließ bei geschlossenen Augen den Eindruck entstehen, sich auf einem belebten Jahrmarkt zu befinden. Die drei Instrumente, Trompete, Posaune und Orgel, erinnerten in ihrer schwungvollen Dynamik an ein sich schnell drehendes Karussell.

Zurück auf festen Boden und in die leidvolle Geschichte der Sklaverei führte der Spiritual „Nobody knows the trouble I´ve seen“ in einer Bearbeitung von Böhler. Die Zuhörer dankten den Musikern mit einem herzlichen Schlussapplaus, dem als Zugabe, noch einmal besetzt mit allen Instrumenten inklusive der Pauken, die „Musique Triomphale“ von Alexandre Guilmant folgte. Mit einem stimmungsvollen finnschen Choral von Jan Sibelius verabschiedeten die Musiker das Publikum in die Nacht.

Spielen auch in Treysa

Obwohl der Dirigent zu Beginn des Abends sein Orchester als ein Zusammenschluss von Laien vorgestellt hatte, bewiesen ihre souverän und klangvoll vorgetragenen Werke eher das Gegenteil. Wer das Orchester bisher noch nicht gehört hat oder noch einmal hören möchte, hat am folgenden Sonntag beim Gottesdienst um 10 Uhr in der Stadtkirche Treysa dazu die Gelegenheit. 

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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