Erinnerung an den Radikalenerlass

Melsungen. Um Berufsverbote ging es am Freitag in der Brückenbuchhandlung. Sie hatte mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zum Thema "40 Jahre Berufsverbote politische Verfolgung durch Generationen bis heute" eingeladen.

Redner der GEW erinnerten an die Praxis des Radikalenerlasses und an Berufsverbote in Deutschland, auch im historischen Kontext (von Metternich bis Willy Brandt).

Zu Gast war die ehemalige Spangenberger Lehrerin Silvia Gingold, die aufgrund des Radikalenerlasses nie als Beamtin im hessischen Schuldienst unterrichten durfte. Dazu berichtete die Gewerkschafterin Gertie Aßmus, die mündliche Staatsprüfung Gingolds habe den Charakter einer Gesinnungsprüfung angenommen, bis ein Prüfungsmitglied auf Fairness bestanden habe.

Gingold las aus der Biografie ihres Vaters Peter Gingold, der als Jude, Kommunist, Antifaschist und Résistance-Kämpfer Folter und Verfolgung durch die Nazis ausgesetzt war und in Deutschland lange keine Akzeptanz erfuhr und sie schilderte eine bis heute anhaltende Diskriminierungspraxis gegenüber der Familie Gingold. (yhg)

Quelle: HNA

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