Gewinner der Kommunalwahl im Altkreis Melsungen sind Freie- und Wählerlisten

Beim Auszählen (von links): Olivia Borzuchowski, Jennifer Zwillenberg und Andrea Hilgenberg werteten am Montag ab 7.45 Uhr die Stimmen im Dienstleistungszentrum Melsungen aus. Foto: Gewert

Melsungen. Die vorläufigen Kommunalwahlergebnisse im Kreisteil Melsungen lassen nichts Gutes für die SPD erahnen.

In allen Städten und Gemeinden musste sie Einbußen hinnehmen, teils sogar sehr empfindliche. Dagegen legten die Wählerlisten zu.

Die Unabhängige Liste Felsberg (ULF) schaffte es in Felsberg aus dem Stand auf 25 Prozent (Trendergebnis) - in Morschen erzielten die Freien Wähler gar 30,6 Prozent. Dort büßte die SPD mehr als 18 Prozentpunkte ein. Von 60,1 Prozent fiel sie auf 41,6 Prozent. Die absoluten Mehrheiten der SPD im Kreisteil sind zum Großteil Geschichte. Lediglich im Zwei-Parteien-Land in Körle steht die SPD noch bei knapp 69 Prozent. In den Parlamenten werden in den kommenden Wochen also viele Gespräche über mögliche Koalitionen laufen.

„Für uns besteht die Möglichkeit, unsere Zusammenarbeit mit der FDP fortzusetzen“, sagte Melsungens SPD-Fraktionschef Volker Wagner. Das Engagement für eine langfristige Haltung für eine Partei habe abgenommmen. Viele Menschen würden projektabhängiger denken und wählen, nennt er als Gründe für das schlechte Ergebnis der SPD und vielerorts auch für die CDU. Die Christemokraten sind in Guxhagen, Melsungen, Morschen, Felsberg und Malsfeld nur noch drittstärkste Kraft.

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„Wir haben unterschätzt, was das Kanalprogramm angerichtet hat. Die Belastung für die Einwohner war immens“, sagt Wagner. Und das Rathaus werde mit der SPD gleichgesetzt. Er glaube außerdem, dass die Freien Wähler davon profitiert hätten, dass die Alternative für Deutschland (AfD) in den Kommunalparlamenten nicht angetreten sei.

Zu den eindeutigen Gewinnern im Altkreis zählen die Freien Wähler in Morschen: „Wir hätten so ein Ergebnis nicht erwartet“, sagt der Morschener FW-Spitzenkandidat Ottmar Pfaffenbach. 20 Prozent habe man sich gewünscht, von über 30 Prozent habe man nicht zu träumen gewagt. Schön sei, dass es in der Gemeindevertretung nun keine absolute Mehrheit mehr gebe und somit wieder ein Dialog möglich sei. „Vor uns liegt jetzt viel Arbeit. Aber im Wahlkampf hat sich gezeigt, dass die Freien Wähler Morschen ein engagiertes Team sind“, sagt Pfaffenbach.

Die deutlichen Sitz-Verluste der CDU in Spangenberg resultieren primär aus einer Verkleinerung des Parlaments.

Quelle: HNA

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