Der zweite Bauabschnitt im Fritzlarer Dom hat begonnen – Kirche sucht Paten

Gewirr hinter der Wand

Stangen, wohin man schaut: Der komplette Hochchor des Fritzlarer Doms ist mit einem Gerüst ausgefüllt. Von diesem aus bekommen die Wände und Gewölbe einen neuen Anstrich. Fotos: Dellit

Fritzlar. Wer den Fritzlarer Dom in diesen Tagen betritt, blickt – wie gewohnt – auf das große Kruzifix über dem Altar, doch dahinter versperrt eine hohe Wand den Blick. Dabei wäre das, was sich hinter dieser hölzernen Schutzwand abspielt, einen Blick wert. Der komplette Raum ist ausgefüllt mit einem Gewirr aus Stangen und Stufen.

Das komplizierte Baugerüst geht bis an die Decke der altehrwürdigen Kirche. Oben sind Experten an der Arbeit und tragen Kalkfarbe auf. Eine Schicht reicht dabei längst nicht, denn immer wieder wird sonst sichtbar, wie ungleich der Untergrund beschaffen ist. So wird die Farbe in bis zu vier Lagen aufgebracht.

Der Farbton wird sich dabei nicht verändern, allerdings wird der ganze Dom heller wirken, weil die alte Farbe durch den Staub stark nachgedunkelt war.

Der Hochchor ist der zweite Bauabschnitt der Domrenovierung, deren Kosten auf 2,5 Millionen Euro geschätzt wurden. Schon jetzt lässt sich vermuten, dass dieser Betrag nicht ausreichen wird.

Im ersten Bauabschnitt wurde bereits die Heizung erneuert. Auch der Altarraum ist neu gestaltet worden.

Später kommt dann das große Kirchenschiff dran, es wird voraussichtlich im kommenden Jahr gesperrt sein. Neben der frischen Farbe ist auch geplant, ein Beichtzimmer im Südturm einzurichten. Dazu sollen Toiletten für Besucher gebaut werden, und Rollstuhlfahrer sollen leichter in den Dom gelangen können, erläutert Domkurator Anton Pristl.

Er hat auch eine Idee entwickelt, wie möglichst viele Spenden für den Dom gesammelt werden können: Patenschaften. Da das Geld von der Kirchengemeinde und dem Bistum sowie die Zuschüsse nicht ausreichten, müssten Spenden gesammelt werden.

Dazu hat Pristl den Dom in kleine Abschnitte eingeteilt, für den Spender Patenschaften übernehmen können. Die Preise beginnen bei 50 Euro für Teilelemente einer Brüstung und steigen bis zu frei verhandelbaren Stücken. Das ist zum Beispiel die Südwand des Querhauses mit dem Elisabethfenster. Nach Abschluss der Renovierung werden die Namen der Paten auf einer Tafel nachzulesen sein. • Information: Pfarrbüro, Dr.-Jestädt-Platz 11, 34560 Fritzlar, Tel. 0 56 22/99 99 17. • Spendenkonto: 12 00 50 000, KSK Schwalm-Eder, BLZ 520 521 54.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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