Dieter Jacob sucht Lösungen für Freifläche

Gewölbekeller am Spangenberger Junkerhaus ist voller Wasser

+
Keine neue Solaranlage, sondern ein Wetterschutz: Der Gewölbekeller am Spangenberger Junkerhaus ist voll Wasser gelaufen. Dieter Jacob hat Angst, dass er einstürzt – denn dann wäre auch sein angrenzendes Fachwerkhaus gefährdet.

Spangenberg. Dieter Jacob hatte bestimmt mit vielem gerechnet, als er sich dazu entschloss, von der Stadt die Freifläche am ehemaligen Junkerhaus zu pachten. Aber er hätte wohl bestimmt nicht geglaubt, dass nur kurz nach dieser Entscheidung der Gewölbekeller voll Wasser laufen könnte.

Genau das ist passiert: Das Mauerwerk ist quatschnass - der Keller ähnelt einer Tropfsteinhöhle.

Jetzt hat der Berliner Ingenieur eine große Holzkonstruktion errichten lassen, die zumindest während der Wintermonate dafür sorgen soll, dass nicht noch mehr Wasser in den Keller läuft und das Mauerwerk abtrocknen kann. Der Bau ist groß, unübersehbar - und mit einem Preis von rund 10.000 Euro auch alles andere als billig.

Aber er bietet Dieter Jacob Sicherheit: „Jetzt kann ich wieder schlafen“, sagt er: „Ich hatte Sorge, dass der Keller einstürzt.“ Dann würde auch das unmittelbar angrenzende Fachwerkhaus wegbrechen - es stünde dann sozusagen auf der Abbruchkante. Jacob liegt als Pächter die Sicherung am Herzen: „Man mag sich nicht vorstellen, was alles passieren könnte, wenn da wirklich alles einstürzt.“ Deshalb sei er auf Nummer Sicher gegangen, habe nicht einfach eine Plane auslegen lassen - die könnte Risse bekommen - sondern die Konstruktion erreichten lassen, die im Frühjahr wieder abgebaut werden soll. Sie wird den Keller nur über den Winter hin schützen, dann müssen andere Lösungen her.

Wie diese Lösungen aussehen sollen, steht noch nicht fest: Dafür müssen sich Jacob, sein Architekt und das Landesamt für Denkmalpflege Hessen noch einigen.

Letztere ist mit im Boot, weil sich die Freifläche mitten im historischen Altstadtensemble befinde: „Da ist es das Normalste der Welt, dass wir zustimmen müssen“, sagt Oberkonservator Peer Zietz aus Marburg. Zwar sei das Landesamt keine Genehmigungsbehörde, doch müsse das, was da entstehe, mit ihm abgestimmt werden.

Was Zietz allerdings nicht versteht ist, dass Jacob den Gewölbekeller unbedingt erhalten will. Das Landesamt für Denkmalpflege habe den Keller untersuchen lassen.

Das Ergebnis: Der befinde sich in einem so schlechten Zustand, dass man ihn auch ohne Bedenken einfach zuschütten lassen könne. Zudem sei es längst nicht der einzige Keller dieser Art - weder in Hessen, noch in Spangenberg.

Jacob habe damit gleich zwei Optionen: Er könne ihn teuer sanieren lassen oder auch einfach günstig verfüllen lassen. „Keine Behörde dieser Welt zwingt ihn dazu, den Keller zu sanieren,“ sagt Zietz. Ein Verfüllen aber kommt für Jacob nicht in Frage: Zum einen würde er ihn gerne in sein gastronomisches Konzept miteinbeziehen. Zum anderen würde der lose Untergrund ein verfüllen nicht erlauben, der ganze Hang könne dabei ins Rutschen geraten, sagt er.

Jacob hat viel vor in Spangenberg, will ein Café am Marktplatz etablieren, Wohnungen sanieren, Leben in die Stadt bringen. Dafür braucht er gute Ansprechpartner. „Wir sind gesprächsbereit“, sagt Zietz.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

Kommentare