Mit einem Aufkleber soll der Schrottklau im Landkreis eingedämmt werden

Giftgrün gegen Schrott-Diebe

Unmissverständlich: Der grüne Aufkleber der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda.

Schwalm-Eder. Er ist leuchtend grün und soll gegen Schrottklau helfen: ein neuer Aufkleber vom Recycling- und Umweltdienst (RU) des Schwalm-Eder-Kreises in Borken.

Seit Jahren haben die Recycling-Spezialisten Ärger mit Diebstahl, denn Schrotthändler fahren umher und lassen die Geräte mitgehen, die für die Abholung durch die Borkener an die Straße gestellt wurden. Dadurch entgehen dem Umweltdienst Einnahmen und damit den Einwohnern des Schwalm-Eder-Kreises. Denn sie alle bezahlen die Dienstleistungen durch ihre Müllgebühren.

Grundsätzlich gehören die Geräte der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda, in deren Auftrag sie eingesammelt werden, sobald sie an der Straße stehen. Doch wenn die Polizei einen Schrotthändler anhält, der die Ladefläche voll mit Waschmaschinen und anderen Geräten hat, ist es schwer, ihm zu beweisen, dass sie ihm nicht gehören.

Oft werde behauptet, die Geräte seien ihm geschenkt worden, sagt Geschäftsführer Michael Müller vom Recyclingdienst. Manchmal würden Anwohner auch die Nummernschilder von verdächtigen Schrottsammlern an den RU durchgeben, der sie an die Polizei weiterleitet.

Die Identifizierung des Diebesgutes soll durch die Aufkleber erleichtert werden, hoffen die Verantwortlichen. Außerdem sollen sie abschreckend wirken. Nicht allein der Wert der Rohstoffe ist ein Problem beim Schrottklau, betont der Erste Kreisbeigeordnete Winfried Becker. Kühlschränke zum Beispiel enthalten Umweltgifte, die eine fachgerechte Entsorgung verlangen. Dafür haben die Borkener ein Zertifikat. Becker: „Das ist beim Schrotthändler nicht der Fall.“

Besonders fatal sei es, wenn aus Kühlschränken an der Straße einfach die Kondensatoren herausgerissen werden, sagt Michael Müller. Dann laufe die gefährliche Kühlflüssigkeit häufig aus. Nach Müllers Bilanz dürften in diesem Jahr 700 bis 800 Geräte weniger in Borken ankommen, bei einer Gesamtzahl von 20 000 im vergangenen Jahr.

Die Aufkleber gibt es von den Gemeinden im Landkreis, wenn man eine grüne Abholkarte für den Kühlschrank, die Waschmaschine oder was auch immer anfordert. Wer im Internet die Abholung organisiert, kann sich dort das Schild ausdrucken und auf das Gerät kleben.

Nach einem halben Jahr soll geprüft werden, ob sich der Einsatz der Aufkleber rentiert. Andere Landkreise hätten nach der Ankündigung in einer Fachzeitschrift schon Interesse bekundet, die Aktion zu kopieren. •www.recycling-service.de

Quelle: HNA

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