Tiere verendeten auf Weide

Giftige Eiben-Abfälle töteten 13 Schafe - Äste wild entsorgt

Herr über 300 Schafe: Dr. Karsten Heyner (50) aus Dorla züchtet die Tiere und beklagt den Tod von 13 Muttertieren. Sie fraßen vermutlich giftige Grünabfälle, die am Wegesrand illegal abgelegt wurden. Wirtschaftlicher Schaden: 2000 bis 3000 Euro. Foto: Zerhau

Gudensberg-Dorla. Wild abgelagerte Grünabfälle mit giftigen Eiben-Ästen sind wahrscheinlich Schuld am Tod von 13 Schafen. Das beklagt Landwirt Dr. Karsten Heyner (Dorla).

Der Schock war groß, als der Dorlaer Landwirt und Ortsvorsteher Dr. Karsten Heyner am Mittwochmorgen seine Schafherde unterhalb des Leichenkopfes, nahe der Gleichener Grillhütte, besuchte: Neun Tiere, die am Vorabend noch putzmunter und gesund am Wegesrand gegrast hatten, lagen tot auf dem Gelände.

„Ich war wie vor den Kopf geschlagen“, sagte Heyner am Donnerstag gegenüber der HNA. Wie konnte es sein, dass die Schafe so plötzlich gestorben sind? Es waren nur Muttertiere und Lämmer, die der Schafzüchter dort hingebracht hatte.

Alle lagen dicht beieinander auf einer Stelle. „Es konnte deshalb eigentlich nicht sein, dass ein Hund sie zu Tode gehetzt hatte“, sagt Heyner. Zudem sei die übrige Herde ganz ruhig gewesen. Aber was dann? „Vielleicht ein Blitzschlag?“, war der nächste Gedanke.

Nachfragen bei den Landwirten rund um Gleichen ergaben tatsächlich, dass es am Dienstagabend Blitzeinschläge in der Nähe des Leichenkopfes gegeben hatte. „Okay“, dachte Heyner, „Dann war das wohl so.“

Als jedoch weitere Schafe tot auf der Weide lagen, war klar: Es muss andere Ursachen haben. Heyner wandte sich nach eigenen Angaben an Experten wie einen Tierarzt, den Schafzuchtverband und den Hessischen Mobilen Veterinär-Grunddienst.

Schließlich fragte er den Kreisveterinär Dr. Hans-Gerhard Heil, dem er die Symptome schilderte. Heil habe dann den Verdacht geäußert, es könnte sich um eine Vergiftung handeln.

„Falsches Futter? Nicht möglich!“, sagte sich der Züchter. Doch er suchte das Gelände, auf dem die Schafe gestanden hatten, genauer ab und fand in einem Graben Gartenabfälle, die irgendjemand dort entsorgt hatte.

Unter den Grünabfällen waren Äste einer Eibe - und die ist sehr giftig (siehe Hintergrund). Es reiche nur ganz wenig aus, um ein Tier zu vergiften, sagte Karsten Heyner.

Vermutlich schon seit Ende April liegen die Abfälle an dieser Stelle, die inzwischen von Gras überwachsen ist. Heyner appelliert dringend, Schafe und andere Weidetiere nicht mit Grünabfällen zu füttern, das kann tödlich sein. Von einer Anzeige hat Heyner abgesehen.

Hintergrund: Darum ist die Eibe so giftig

Schön, aber giftig: Nadeln und Samen der Eibe. Foto: Archiv

Die Eibe (Taxus baccata) zählt zu den immergrünen Nadelbäumen. Mit einer Wuchshöhe von bis zu 15 Metern und einem glänzend-grünen Nadelkleid bietet der Baum etwas fürs Auge.

Doch ausgerechnet die attraktiven Nadeln machen die Eibe giftig. In ihnen ist das gefährliche Gift Taxin enthalten, außerdem besonders konzentriert in den rot ummantelten Samen. Schon der Verzehr weniger Nadeln oder Samen kann zu schweren Vergiftungserscheinungen führen.

Kinder sollten deshalb dringend von Eiben ferngehalten werden.

Quelle: HNA

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