Gigaliner im Test - Speditionen: Riesenlaster rechnen sich nur international

Schwalm-Eder. Die bis zu 25 Meter langen Riesenlaster (auch Gigaliner), die in diesem Jahr auch auf Hessens Straßen getestet werden sollen, spielen für die Planungen der Logistiker im Schwalm-Eder-Kreis keine wesentliche Rolle. Das ergab eine Umfrage. Sie bewerten das Thema Riesen-Lastwagen eher skeptisch.

Die Gigaliner machten zwar zusätzliches Ladevolumen möglich, aber das rechne sich nur auf internationalen Routen mit langen Distanzen wie zum Beispiel zwischen Norddeutschland und Italien, meint Volker Bischoff von der Schwalmstädter Spedition Heidelmann. Problematisch hingegen seien die überlangen Lastwagen im innerstädtischen Verkehr, vermutet Bischoff, der sich bereits auf einer Fachmesse einen Gigaliner angesehen hat.

Ähnlich beurteilt das Thema Joachim Barton, Leiter der Niederlassung von BWG Reimer in Malsfeld-Ostheim an der A 7. Die Speditions- und Logistikfirma betreibt dort für die B. Braun Melsungen AG ein Warenverteilzentrum. Gigaliner könnten sich nur rechnen, wenn die Fahrzeuge auch im Werksverkehr immer mit voller Auslastung eingesetzt würden, sagt Barton. Das könne etwa für eine große Firma wie Volkswagen im Verkehr zwischen den einzelnen VW-Standorten der Fall sein.

„Wir stehen dem Thema Gigaliner positiv gegenüber“, sagt hingegen Jürgen Rudolph, Inhaber der gleichnamigen Logistik-Gruppe mit Sitz in Baunatal, die unter anderem in Gudensberg einen von insgesamt 26 Stützpunkten unterhält. Die international arbeitende Gruppe hat sich sogar für die Teilnahme am Feldversuch beworben.

Eine höhere Ladungskapazität sei der wesentliche Vorteil, sagt Rudolph. Das mache es möglich, Touren und gleichzeitig Kraftstoff einzusparen. Somit werde auch der Ausstoß an Kohlendioxid reduziert.

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Quelle: HNA

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