Ein Steinkreis aus Quarziten in Jesberg 

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Beständiger Kalender: Die Steine, die Lothar Klitsch für seinen Sonnenkreis aufgestellt hat, sind alle mindestens 80 Zentimeter tief in der Erde einbetoniert. So sind sie frostsicher und standfest.

Jesberg. Große, sandfarbene Steine werfen lange Schatten auf die Wiese. Sie bilden einen Steinkreis mit zwanzig Metern Durchmesser. Und das in Jesberg. Mittendrin: Lothar Klitsch, der den Maya-Sonnekalender nachempfunden hat.

„Wir haben hier einen Maya-Sonnenkalender nachempfunden“, sagt Klitsch. Er ist auch bekannt als Kellerwalddruide. Als dieser ist der Natur- und Geoparkführer regelmäßig im Kellerwald unterwegs. Sein Steinkreis soll demnächst auch Teil seiner Führungen sein.

Die Idee dazu kam Lothar Klitsch 2010 in England: Die Steinkreise Stonehenge und Avebury beeindruckten ihn so, dass er auch einen Steinkreis haben wollte.

Da die Apfelbäume auf seiner Obstwiese mit Blick auf den Kellerwald während eines Sturms umgefallen waren, hatte er dort Platz für seinen ganz persönlichen Sonnenkalender. Dann erfuhr er von Quarziten, besonders harten und widerstandsfähigen Natursteinen, auf einem Firmengelände nahe Neuental. Gegen mehrere kleinere Steine durfte er jeweils einen großen eintauschen.

Um den Stand der Sonne bei der Tag- und Nachtgleiche zu bestimmen, schlug Klitsch am 21. März 2011 mit seiner Frau Pflöcke an den Stellen in die Erde, an denen das erste Sonnenlicht zu sehen war. Bei Sonnenuntergang markierte er, an welcher Stelle man vom Steintisch aus die Sonne untergehen sah. Auf dieser Linie stellte er vier Steine auf – sie bilden eine Ost-West-Achse.

Die letzten Steine konnte Klitsch im Frühjahr dieses Jahres setzen, sodass nun der Kreis komplett ist: Zwei Steine markieren jeweils den Auf- und Untergang der Sonne am längsten Tag des Jahres im Juni. Ebenso gibt es zwei Steine für den kürzesten Tag im Dezember. Bis zu zwei Meter sind die Quarzite hoch.

Sonne über den Steinen

Am Freitag, 21. September findet die nächste Tag- und Nachtgleiche statt. Wer möchte, kann sich dann selbst anschauen, wie die Sonne über den Steinen steht: Die Wiese liegt auf dem Höhenzug östlich der Burg Jesberg in Richtung Reptich.

Klitsch beunruhigt übrigens nicht, dass der Maya-Kalender dieses Jahr endet: „Mit oder ohne wird die Welt sich weiterdrehen. Wir Menschen sollten uns nicht zu wichtig nehmen.“

Von Nora Sonnabend

Quelle: HNA

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