Die Eheleute Wilhelm und Irmgard Mühling feiern heute ihre Diamantene Hochzeit

Mit der 22 ging’s ins Eheglück

Blättern in alten Erinnerungen: Die Jesberger Irmgard (82) und Wilhelm (89) Mühling blicken auf 60 glückliche Ehejahre zurück. Foto: Rissmann

Jesberg. Die 22 ist ihre Glückszahl. Wenn Wilhelm Mühling und seine Frau Irmgard aus Jesberg aus ihrem Leben erzählen, taucht immer wieder diese Schnapszahl auf: Wilhelm Mühling wurde im Jahr 1922 geboren, verlobt haben sie sich an Irmgard Mühlings Geburtstag am 22. Februar und zwei der drei Kinder wurden am 22. Oktober getauft. „Das wichtigste Datum ist der 22. Oktober, da haben wir auch kirchlich geheiratet“, sagt Wilhelm Mühling. 60 Jahre ist das nun her. „Jahrelang haben wir am 22. Oktober unseren Hochzeitstag gefeiert, aber auf dem Standesamt waren wir einen Tag zuvor“, sagt Irmgard Mühling. Offiziell feiern sie deshalb heute ihre Diamantene Hochzeit.

„Und wie wir getanzt haben, die ganze Nacht sind wir herumgewirbelt.“

Irmgard Mühling

Kennengelernt haben sich die Industriekauffrau Irmgard Weber aus der Nähe von Berlin und der Jesberger Maler Wilhelm Mühling Ende 1949 auf der Kirmes in Sebbeterode. In den Gilsaberger Ortsteil war Irmgard Mühling 1946 auf den Bauernhof ihres Onkels gezogen.

„Sie trug ein blaues Kleid mit Blümchenmuster“, erinnert sich Wilhelm Mühling an den Kirmesabend zurück.

Verstohlen hat der damals 28-Jährige nach Irmgard Ausschau gehalten, weil er unbedingt mit ihr tanzen wollte. „Und wie wir getanzt haben, die ganze Nacht sind wir herumgewirbelt“, erinnert sie sich. Wilhelm war gerade aus einer vierjährigen Kriegsgefangenschaft aus Russland heimgekehrt und genoss den Abend.

Am 21. Oktober 1950 ging es zum Standesamt, am 22. läuteten die Hochzeitsglocken in der Kirche. Gefeiert wurde im kleinen Kreis in der großen Stube. Dort wurden auch alle drei Kinder geboren: 1952 Karin, 1955 Dieter und 1965 Brigitte.

Nach der Hochzeit zogen sie in Wilhelms Elternhaus in die Bergstraße. Dort blieb die junge Ehefrau viel allein, denn Wilhelm verdiente als Polier auf Montage in fernen Städten den Lebensunterhalt. „Wir sind den Bauten der Amerikaner hinterhergezogen“, sagt er. Später arbeitete er als Versandleiter beim ehemaligen Unternehmen Gilsa-Möbel. Irmgard Mühling verdiente als Landarbeiterin und mit Heimarbeit etwas hinzu.

Große Reisen haben die beiden nicht gemacht. Doch einmal führte das Glück sie bis nach Budapest. „Die Reise haben wir vor 20 Jahren am Stand der HNA bei der Herbstmesse gewonnen“, sagt Irmgard Mühling. Sie hatte das Lösungswort Aktion Advent herausgefunden. „Gewonnen hat aber mein Mann, der hatte die richtige Antwort nämlich bei mir abgeguckt.“

Von Diana Rissmann

Quelle: HNA

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