Kirmesschlägerei: Bewährungsstrafe für 27-Jährigen wegen Körperverletzung

Mit dem Glas ins Gesicht

Fritzlar/Odershausen. Auch Kirmesschlägereien können vor dem Gericht und mit einer Haftstrafe enden. Das erlebte in dieser Woche erneut ein 27-Jähriger aus einem Bad Wildunger Stadtteil, der vom Fritzlarer Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt wurde. Sie wurde für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Es war im Juli 2009, als es in Odershausen bei der Kirmes zu dem Vorfall kam. Während einer Auseinandersetzung habe der Angeklagte einem Gleichaltrigen ein Bierglas ins Gesicht gehauen, sagte die Staatsanwältin. Der Mann habe eine drei Zentimeter lange Wunde im Gesicht erlitten.

Der Angeklagte gab die Tat zu. Man habe Bier getrunken und Armdrücken veranstaltet. Er habe nach Hause gehen wollen und mit dem Glas in der Hand das Zelt verlassen. Zwei Personen seien auf ihn zu gekommen, und nach einem Wortwechsel habe er mit dem Bierglas zugeschlagen. Warum er das tat, wisse er nicht mehr.

Der Geschädigte schilderte seine Sicht des Geschehens: Er habe mit einem Bekannten das Feuer der Grillstelle gelöscht. Als sie gemeinsam in das Festzelt gehen wollten, seien sie umstellt worden. Der Angeklagte habe mit dem Glas in der Hand zugeschlagen. Noch heute könne man die Narbe sehen.

Die Staatsanwältin beantragte ein Jahr und zwei Monate Haft ohne Bewährung, weil der Angeklagte schon 2008 wegen gefährlicher Körperverletzung zu acht Monaten Freiheitsentzug verurteilt worden war. Der Verteidiger verwies darauf, dass ein Jahr nichts mehr passiert sei und er seinem Mandanten, der eine Arbeitsstelle habe, eine günstige Sozialprognose gebe.

Diesen Argumenten folgte die Richterin. Der Täter muss 1000 Euro Schmerzensgeld an den Geschädigten und 1000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung bezahlen. Wegen seines Alkoholproblems muss er ein Jahr an einer Therapie teilnehmen. (zam)

Quelle: HNA

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