Neue Glocke ist aus dem Takt: Kilianskapelle ist seit Wochen stumm

Ankunft der Glocke: Im Juni brachten Einwohner die Glocke nach Büchenwerra. Sie trägt die Inschrift: Dem Dorf eine Seele geben.

Büchenwerra. Der Verein Kilianskapelle hatte sich mächtig ins Zeug gelegt, damit der neue Kirchenbau am Fernradweg 1 eine Glocke erhält. Doch nach der Einweihung blieb die Glocke stumm.

Samt Elektronik und Aufhängung kostete das selbsttönende Instrument aus der Karlsruher Gießerei Bachert 10.000 Euro.

„Es ist ein Trauerspiel“, sagt Vereinsvorsitzende Bärbel Peter. Der Verein habe mehrere Anläufe unternommen, über Karlsruhe Servicepersonal zu bekommen. Diese Woche habe es nun endlich geklappt: Die Gießerei habe Experten der Herforder Elektromotoren-Werke beauftragt, in der Kapelle nach dem Rechten zu sehen. Deren vorläufiger Befund laute: Der Taktgeber, das elektronische Steuerelement der Anlage, müsse samt eines verschweißten Kabels auf dem Dach ausgewechselt werden.

Magnetfelder 

Bärbel Peter, Vorsitzende des Vereins Kilianskapelle.

Das sei bei den möglichen Fehlern die schlechteste aller Möglichkeiten gewesen, erklärte Peter. Denn der Taktgeber steuere den Glockenklang mit Magnetfeldern. Der Fehler im System führe dazu, dass die Glocke unrhythmisch läute und zudem in eine Unwucht gerate, was die Konstruktion schädigen könne. Peter selbst hat mit dieser Möglichkeit nicht wirklich gerechnet. Die Vereinsvorsitzende erarbeitete mit Blick auf den Servicetermin ein Faltblatt. Tenor: Ab Februar beginnt in Büchenwerra eine neue Zeit: „Die Kapellenglocke begleitet uns von nun an mit ihrem Geläut durch den Tag.“

„Es ist ein Trauerspiel.“ 

Daraus wird nichts. Denn die Reparatur - aufwändiger als gedacht - wird sich laut Peter nun möglicherweise noch einmal zwei Wochen lang hinziehen, sofern alles gut läuft. Aber Peter freut sich schon: „Der Ton ist wunderbar“. (lgr)

Quelle: HNA

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