Zuhause für seltene Arten: Storchennachwuchs in Glockenborn

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Sorgen für Nachwuchs: Die ersten Storchenbabys im Altkreis Wolfhagen sind am Wochenende geschlüpft.

Bründersen. Jahrelang haben Naturschützer auf diesen Augenblick gewartet: Erstmals sorgen Störche im Bründerser Glockenborn für Nachwuchs, vor ein paar Tagen sind die Jungen geschlüpft. Wie viele es sind, wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Ob es schon einmal Störche im Altkreis gegeben hat, kann niemand sagen. In den vergangenen 100 Jahren wohl nicht, wie ein Sprecher der Unteren Naturschutzbehörde sagte.

„Ziel war es, die alten Feuchtgebiete und Schilfwiesen wieder herzustellen.“ Die Ansiedlung der Störche ist das Ergebnis von erfolgreichen Renaturierungsmaßnahme in den vergangenen Jahren. Diese stieß seinerzeit das Wolfhager Forstamt an. Auf alten preußischen Karten waren an verschiedenen Standorten im Wolfhager Land Feuchtgebiete und Schilfwiesen zu erkennen. „Ziel war es, diese Bereiche wiederherzustellen“, erklärt Stephan Schmidt von der Stadt Wolfhagen, der für die Naturschutzgebiete zuständig ist.

Idylle am Glockenborn: Vor rund zehn Jahren wurde das Naturschutzgebiet angelegt. Inzwischen ist es ein Zuhause für viele seltene Tierarten geworden.

Der Glockenborn mit seinen zwei größeren Seen existiert schon seit zehn Jahren. Seitdem wurde immer wieder daran gearbeitet. Man werde demnächst noch Teiche anlegen und die Beweidungsflächen für die Schottischen Hochlandrinder rund um das Areal vergrößeren, sagt Schmidt. In den Wenigenhasunger Bruchwiesen wurde durch eine Ausgleichsmaßnahme von Hessenmobil ebenfalls ein Feuchtgebiet mit Tümpel angelegt, und in Istha soll es im kommenden Jahr soweit sein. Eine weitere kleine Fläche ist in Ippinghausen entstanden. In Wenigenhasungen haben die aktiven Naturschützer jetzt einen künstlichen Horst aufgestellt, weil man dort hofft, dass der Nachwuchs vom Glockenborn im nächsten Jahr auf der Suche nach einer Nistmöglichkeit in Wenigenhasungen landet.

Abflug im August

Die nächsten Wochen werden die kleinen Störche erstmal im Glockenborn bleiben. Stephan Schmidt meint, dass genug Futter für die Familie vorhanden ist. „Wir werden auf keinen Fall eingreifen und füttern.“ Sollte das Futterangebot nicht ausreichen, müsse man für eine Verbesserung des Lebensraumes sorgen. Die Naturschützer rechnen damit, dass die Familie sich im August oder September auf den Weg in den Süden macht. Wo es die Glockenborn-Störche hinzieht, kann Schmidt nicht sagen. Er rechnet aber damit, dass das Paar im nächsten Jahr zurückkehrt und den Horst wieder in Beschlag nimmt.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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