Anna Katharina und Alois Ellwardt aus Obergrenzebach sind seit 65 Jahren ein Paar

Glück auf die Sprünge geholfen

Freuen sich auf ihre Gäste: Anna Katharina und Alois Ellwardt wollen ihre Eiserne Hochzeit heute im Kreise von Freunden und Verwandten feiern. Foto: Rose

Obergrenzebach. Über die Geschichte mit der Knolle müssen Anna Katharina und Alois Ellwardt aus Obergrenzebach bis heute schmunzeln: Denn ausgerechnet eine Kartoffel half dem Glück der beiden ordentlich auf die Sprünge. Magd Anna Katharina Quehl warf Gespannführer Alois Ellwardt das Gemüse ganz keck an den Kopf – und da war es passiert. Fortan gingen die beiden gemeinsam durchs Leben. Heute vor 65 Jahren gaben sich Ellwardts das Jawort.

Bescheiden war die Hochzeit so kurz nach dem Krieg: Mit einem geliehenen Anzug, den sich der Bräutigam für einen Zentner Weizen geliehen hatte. Für das Brautkleid sorgte ein Verwandter in Frankreich, der ein himmelblaues Seidenkleid in die Schwalm schickte. Um es festlicher aussehen zu lassen, wurde das Kleid in ein dunkles Blau umgefärbt und in Trutzhain bestickt. Fortan hieß es für Alois, die Brötchen für die Familie zu verdienen. In Zoppot bei Danzig hatte er eine Elektriker-Lehre begonnen. In der Schwalm arbeitete Alois als Maurer, später bei der Bahn. Schließlich absolvierte er ein Fernstudium zum Techniker. Bis zur Rente war es der Straßenbau, der der Familie – die Töchter wurden 1949 und 1952 geboren – sicherte.

Für Alois Ellwardt waren mit dem Beruf häufige Reisen und Montage verbunden. Am Wochenende baute das Paar in Obergrenzebach am elterlichen Haus weiter. Anna arbeitete als Näherin. Heute wohnt eine der Töchter mit im Haus, die andere ebenfalls im Ort.

Bewegen können sich Ellwardts heute nur noch im Haus. „Die Beine wollen nicht mehr“, sagt Anna Katharina. Doch die beiden 87-Jährigen genießen die Stunden auf dem Balkon. Und die Besucher aus dem Dorf: „Wenn Frauen schnuddeln, hört man am besten nicht zu“, sagt Alois Ellwardt. Seine Frau freut sich über jeden Gast: „Da hört man, was im Dorf los ist“, sagt sie. Ihr Mann vertieft sich da lieber in die Zeitung. Darin schmökert er ausgiebig. Wenn auch ihre Lieben nicht immer Zeit für Besuche haben, so haben sie sie doch um sich: In der Küche hat Alois Ellwardt eine große Fotowand erstellt. Gern vertreiben sich Ellwardts auch die Zeit mit Fernsehschauen. „Am liebsten sehen wir den Tatort.“ Der 87-Jährige hat stets gern geschrieben, viele Stationen des Lebens notiert. „Heute geht das nicht mehr so gut, sonst hätte ich auch für die Eiserne Hochzeit eine Gästeliste verfasst“, sagt er.

Um die 40 werden heute erwartet, darunter der Pfarrer, der Gesangverein, der Frauensingkreis, die Bläser, Enkel, Urenkel, Verwandte und Freunde. Bei Mittagessen und einer Kaffeetafel wird das Ehejubiläum ordentlich gefeiert.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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