Glücksfall am Marktplatz: der alte Ratskeller wird saniert

Bringen neuen Glanz in die Altstadt: Andrea und Jens Bestmann werden den alten Ratskeller runderneuern, ehe Bestmanns Firmen-sparte für Web- und Mediengestaltung einziehen wird. Bis zu 400 000 Euro wird die Sanierung kosten. Foto:  Norbert Müller

Naumburg. Es wird nicht nur abgerissen in der Naumburger Altstadt, nein, es gibt auch Lichtblicke im Bemühen um den Erhalt historischer Bausubstanz und die Belebung des Stadtkerns.

Am Naumburger Marktplatz wird ein 1701 errichtetes und inzwischen arg heruntergekommenes Fachwerkhaus aufwändig saniert.

Bis zu 400 000 Euro wird dafür die neue Eigentümerin Andrea Bestmann in das Gebäude stecken. „Das geht auch nur wegen der Förderprogramme aus der Dorferneuerung und dem Denkmalschutz“, sagt ihr Mann Jens, der in Naumburg 25 Mitarbeiter in seiner Firma für Headset-Lösungen und Kommunikationstechnik beschäftigt.

„Hier bleibt kein Rohr und keine Leitung erhalten, es muss alles erneuert werden“, sagt Bestmann mit Blick auf die Arbeiten, die im Gebäude anstehen. Einst war hier die renommierte Gaststätte Ratskeller untergebracht. Von der alten Herrlichkeit ist nicht mehr übrig. Das Gebäude ist über die Jahre zunehmend verkommen.

Umzug Anfang 2017

Das soll sich bald ändern. Noch in diesem Jahr sollen Fenster und Fassade erneuert werden, dann geht es mit dem Innenausbau weiter. „Ende 2016 müssen wir mit der Sanierung fertig sein, der Umzug ist für Anfang 2017 geplant“, erklärt Bestmann. Dann wird eine recht junge Sparte seiner Firma Procom ausgegliedert und am Marktplatz ihr neues Domizil bekommen: die Pixelmacherei. „Wir gehen damit komplett in den Altbau“, so der Unternehmer. Im Erdgeschoss wird die Web- und Mediengestaltung Platz finden, dazu ein Passbildservice. „Im Obergeschoss richten wir ein Fotostudio ein“ für die firmeneigene Produktfotografie, aber auch Privatleute können hier Portrait- oder Familienfotos machen lassen. Sechs Mitarbeiter werden im alten Ratskeller einen Arbeitsplatz finden.

In den Anbau aus den 1960er-Jahren wird unten die Tourist-Info der Stadt einziehen. Im ersten Stock wird es eine Eventlocation geben. Dort sollen eine große offene Küche und eine große Tafel eingerichtet werden, die tageweise angemietet werden können für Küchenparties, Kochkurse und Ähnliches.

Die Örtlichkeit sei bestens für die Firmenzwecke geeignet, sagt Jens Bestmann, der auch einräumt, dass bei der Entscheidung, in die Altstadt zu gehen, „auch ein bisschen Patriotismus dabei“ war. „Ich möchte nicht, dass die Stadt ausblutet. Es ist sinnvoller, Bestehendes zu erhalten, als auf die Grüne Wiese zu gehen.“

Diese Ansicht freut dann auch Bürgermeister Stefan Hable, der sich für seine Tourist-Info kaum einen besseren Platz vorstellen kann als am Marktplatz, über den der Habichtswaldsteig führt. „Das hier hat Vorbildcharakter, es bringt die Stadt weiter.“ Für Geschäftsleute biete die Innenstadt „Potenziale, die man heben muss.“

Quelle: HNA

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