Verwirrung ist perfekt

Gold-Caching-Absage: Waldbesitzerverband vermutet List

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Nur aufgeschoben: Die Gold-Caching-Organisatoren Hubertus Möller (links) und Michael Seibel stehen weiter hinter ihrer Idee.

Naumburg. Reichlich überrascht reagierten die Gegner des für Freitag, 22. März, geplanten Gold-Cachings auf die allzu plötzliche Absage der Veranstaltung. Bis zuletzt hatten die betroffenen Waldbesitzer Widerstand geleistet.

Demgegenüber begründete Michael Seibel, Vorsitzender des Vereins Outdoor-Sports, auf Nachfrage der HNA das abrupte Ende der Goldsuche mit dem Fehlen der notwendigen behördlichen Genehmigungen. Alle Teilnehmer, die sich bis zum 17. März auf der Homepage von Outdoor-Sports registriert hätten, seien vom Verein per E-Mail über den Ausfall informiert worden. Trotzdem hoffe Seibel, dass die Veranstaltung „zwar aufgeschoben, aber nicht aufgehoben“ sei. Dazu müssten aber die momentanen Differenzen ausgeräumt werden.

Christian Raupach, Geschäftsführer des Hessischen Waldbesitzerverbandes, hat einen anderen Verdacht: „Zum Gold-Caching gehört das Tarnen und Täuschen.“ Stutzig habe ihn der Internetauftritt der Operation Gold-Caching gemacht, laut dem das geschickte Abschütteln von Verfolgern Teil des Spiels sei.

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Der Forstrat vermutet, dass die Absage Seibels nur eine Finte sei, um die Querelen mit privaten Waldeigentümern zu umgehen und die Großveranstaltung so heimlich in einer „juristischen Grauzone“ stattfinden zu lassen. Denn: Um die moderne Schatzsuche in den Wäldern rund um Naumburg, Fritzlar und Edertal stattfinden zu lassen, bedürfe es der Genehmigung der Waldeigentümer. Könne man den Geocachern aber nicht nachweisen, dass sie Teilnehmer einer kommerziellen Großveranstaltung sind, gebe es so gut wie keine rechtliche Handhabe mehr.

Gesetzeslücke gefunden

Da die Planung und Umsetzung der Schatzsuche im virtuellen Raum stattfinde und Seibel die Koordinaten der Caches per SMS verschicke, stehe man laut Raupach vor einem brisanten Problem: „Hier gibt es eine Gesetzeslücke. Und niemand weiß, wie der Verein Outdoor-Sports sie ausnutzt.“

Uwe Zindel, Leiter des Wolfhager Forstamtes, bewertet die Rechtslage ähnlich: „Die betroffenen Waldbesitzer haben das Gold-Caching im Vorfeld als rechtswidrig eingestuft.“ Das Waldbetretungsrecht formuliere eine klare Verbotssituation für diese Art Großveranstaltung im Forst. Auf Spekulationen will sich Zindel nicht einlassen und vertraut der Aussage Seibels. Trotzdem würden die Revierleiter das Geschehen im Forst am kommenden Wochendende sehr aufmerksam beobachten. (esp)

Quelle: HNA

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