Schulamt: Nicht genug Kinder da

Graburgschule droht im nächsten Jahr das Aus

Weißenborn. Die Graburgschule in Weißenborn wird nach Angaben des Staatlichen Schulamtes in Bebra mit hoher Wahrscheinlichkeit am Ende des am Montag beginnenden Schuljahres geschlossen.

„Eine Weiterführung der Graburgschule ist sehr, sehr, unwahrscheinlich“, sagte Gerhard Finke, stellvertretender Leiter des Schulamtes.

Als Grund nannte er, dass im Sommer 2014 zehn Schüler die vierte Klasse verlassen werden und die Neueinschulungen diese Abgänge nicht auffangen würden. Voraussetzung für die Weiterführung ist eine Mindestzahl von 13 Schülern. In diesem Jahr werden nach Angaben Finkes überhaupt keine Kinder eingeschult.

„Nach den Geburtenzahlen, die uns vorliegen, wird die Mindestanzahl neuer Schüler im Schuljahr 2014/15 nicht mehr erreicht“, sagte Finke.

Dem widerspricht der Weißenborner Bürgermeister Thomas Mäurer. „Es sind genügend Kinder da“, sagte er. Auch im neuen Schuljahr hätte eine Anzahl von Kindern an der Graburgschule eingeschult werden können. Eine Reihe von Eltern, auch von Kindern aus höheren Jahrgangsstufen, hätten sich jedoch gegen das Modell der Zwergschule entschieden, bei dem alle Kinder von zwei Lehrern überwiegend gemeinsam unterrichtet werden. „Natürlich setze ich mich auch weiterhin für den Erhalt der Graburgschule ein sagte Mäurer.

Unklar ist auch noch, ob die Schule nach diesen Sommerferien weitergeführt werden kann. „Am Montag müssen mindestens 13 Schüler erscheinen“, sagte Mäurer. Derzeit sind 14 Schüler an der Graburgschule angemeldet. „Kommen weniger“, so Anita Hoffmann, Leiterin des Schulamtes, „muss ich die Unterrichtsaufnahme versagen“.

Die traurige Ironie: Hoffmanns Angaben zufolge gibt es in Weißenborn so viele kleine Kinder, dass die erste Klasse der Schule in fünf Jahren zweizügig geführt werden könnte.

Quelle: HNA

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