Schwalm-Eder: Würdige Bestattung für Sternenkinder

Im Landkreis gibt es Gräber für totgeborene Babys

Im Landkreis Schwalm-Eder gibt es Gräber für totgeborene Babys

Schwalm-Eder. Totgeborene Babys mit einem Gewicht unter 500 Gramm können einen Namen bekommen und bestattet werden – auch im Schwalm-Eder-Kreis. Für totgeborene Kinder mit einem Gewicht unter 500 Gramm gibt es zwar keine Bestattungspflicht, aber einen Bestattungsanspruch der Eltern. 

In Melsungen und Treysa gibt es Grabstellen für so genannte Sternenkinder. Otto Günther von der Friedhofsverwaltung in Melsungen erklärte, dass totgeborene Babys in einer Grabstelle für Kinder beigesetzt werden können und zudem die Möglichkeit bestehe, sie einem bereits vorhandenen Grab beizulegen. Sowohl Bestattungen von Kindern mit einem Geburtsgewicht von unter 500 Gramm als auch von Kindern, die mehr als 500 Gramm wiegen, seien in Melsungen allerdings selten. „Das kommt vielleicht alle paar Jahre vor“, sagte Günther.

In Schwalmstadt gibt es laut Dirk Herter von der dortigen Friedhofsverwaltung ein Gräberfeld für Einzel- und Sammelbestattungen von Sternenkindern. Die Bestattung in einem Einzelgrab sei jederzeit möglich.

Für Eltern, die sich entscheiden, ihr Baby in einem Sammelgrab beizusetzen, gebe es im Herbst und im Frühjahr eine Gedenkfeier. Die Anzahl der Fehl- und Totgeburten registriert der Schwalm-Eder-Kreis bisher nicht. Wie Kreissprecher Dieter Werkmeister auf Anfrage der HNA mitteilte, würden statistisch lediglich Kinder erfasst, die im Laufe des ersten Lebensjahres sterben.

Auch das Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar hält solche Zahlen nicht vor. „Zum Glück kommen Totgeburten in unserer Klinik sehr selten vor“, sagte Astrid Geisel, Assistentin der Geschäftsleitung des Hospitals.

Katja Harnischfeger von der Asklepios-Klinik Schwalmstadt schätzt, dass es dort etwa 50 Aborte pro Jahr gibt.

Von Nicole Schippers

Quelle: HNA

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