Graffiti in acht Metern Höhe: Sprayer beschmierten Hohenburg in Homberg

Wenn es nur so einfach wäre: Was nah aussieht, ist eine in etwa acht Meter Höhe aufgetragene Schmiererei an der Hohenburg. Diese zu entfernen wird nicht leicht, sind sich Eduard Brille (links) und Sergey Schuleg vom Helferteam der Burgfreunde sicher. Foto: Yüce

Homberg. Langsam reicht es der Homberger Burgberggemeinde. Schon wieder wurde die Hohenburg beschädigt. Diesmal von besonders waghalsigen Schmierfinken.

Nicht nur auf dem Dach der Burg, sondern auch auf dem Gemäuer wurden Zeichen und Buchstaben mit Farbe aufgesprüht.

Die Graffitis

Eines der Graffitis wurde auf halber Höhe der Außenwand des 14 Meter hohen Turmes aufgetragen. Dafür müssen die Sprayer entweder eine acht Meter lange Leiter auf den Burgberg transportiert und dort aufgestellt oder sich abgeseilt haben, vermutet Alfred Uloth, Vorsitzender der Burgberggemeinde. „Ich glaube nicht, dass sie schwere Leitern geschleppt haben“, sagt er. Das mache die Schmiererei zu einer gefährlichen Aktion. „Wer sich von dem Turm abseilt, läuft immer auch Risiko, abzustürzen“, sagt Uloth. Er sei nicht nur verärgert ob der Beschädigung, sondern besorgt. Außerdem spreche das für eine geplante und nicht für eine spontane Aktion.

Die Schäden

Nicht nur der Turm wurde in der Nacht zu Mittwoch beschmiert. Vor etwa sieben Wochen seien die Hinweistafeln, die an markanten Stellen auf dem Burggelände stehen und Touristen über die Besonderheiten auf dem Burggelände informieren sollen, mit einem dicken Stift verschandelt. „Drei der insgesamt zehn Plexiglastafeln mussten wir sogar erneuern, die anderen konnten mit viel Mühe gereinigt werden“, erklärt Uloth.

Immer wieder wurde auch der Burgbrunnen zum Opfer von Vandalen. So wurde dessen Abdeckung bereits so stark zerstört, dass sie komplett erneuert werden musste. Eine kostspielige Angelegenheit für den Verein. Auch diese Zerstörung habe eine Gefahr dargestellt, schließlich sei der Brunnen 150 Meter tief. „Wer hineinfällt, für den gibt es keine Rettung mehr.“

Die Symbole

CST - diese drei Buchstaben wurden auf die Wand und auf die Abdeckung des Burgdaches gesprüht. Was sie bedeuten, steht nicht genau fest. „Die Symbole der Schmierereien können wohl sektiererischen Bünden zugeordnet werden“, sagt Uloth.

Die Reinigung

Die Graffitis zu entfernen, sei besonders aufwändig, so Uloth. Mit einer speziellen Lösung werde man diese nun beseitigen. Allerdings stellt gerade das Graffiti an der Außenwand die Burgberggemeinde vor eine Herausforderung. „Da kommen wir nicht so leicht dran und hoffen auf die Unterstützung des Bauhofes. Sie könnten uns einen Hubsteiger oder ein Gerüst leihen“, sagt Uloth. Klar ist aber, dass die Burgfreunde wieder viel Zeit, Geld und Kraft aufbringen müssen, um die Schäden zu beseitigen. Sie hoffen, geeignete Mittel zu finden, mit denen sich die Farben von den Steinen, dem Blechdach und den Metallplatten rückstandslos entfernen lassen. Doch dass das gelingen wird, glaubt Uloth nicht. „Es wird etwas zurückbleiben.“ Bis zum Wurzgartenfest am Sonntag, 26. Juni, sollen sie aber so gut wie möglich beseitigt seien.

Die Überwachung

Über eine Videoüberwachung der Burg wurde schon nachgedacht, doch der Gedanke erstmal verworfen: „Wenn die Täter Kapuzenshirts tragen, kann man sie nicht erkennen“, nennt Uloth einen Grund. Außerdem kommen auf den Verein schon bald hohe Kosten zu, denn er will mit seinem Museum in die ehemalige Engel-Apotheke am Marktplatz ziehen.

Der Zugang

Es gebe noch eine weitere Möglichkeit, die Burganlage vor Vandalen zu schützen: „Wir könnten das Tor, den zentralen Zugang, abends verschließen“, sagt Uloth. Doch im Verein sei man bisher der Ansicht, den Besuchern den Zugang zur Burganlage jederzeit zu ermöglichen. „Ob dies auf Dauer durchgehalten werden kann oder das Tor in Anbetracht der sich häufenden sinnlosen Beschädigungen nachts verschlossen werden muss, darüber wird zu beraten sein“, betont er. das sagt

Das sagt die Polizei

Die CST-Graffitis seien ihm nicht bekannt, sagt Markus Brettschneider von der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Dabei handele es sich um gemeinschädliche Sachbeschädigung, weil die Burg eine öffentliche Anlage ist, erklärt er. Die Strafe dafür: „Bis zu drei Jahre oder eine Geldstrafe“, sagt Brettschneider. Um weitere Beschädigungen zu verhindern, könne eine längere und stärkere Beleuchtung helfen. Außerdem kontrolliere die Polizei Plätze, die als regelmäßige Treffpunkte bekannt sind. „Man kann dann Kontakt aufnehmen und sensibilisieren“, sagt Brettschneider. Deshalb könne es auch etwas bringen, wenn die Burgberggemeinde versuche, Kontakt aufzunehmen. Videoaufzeichnungen im öffentlichen Raum müssten bestimmte Voraussetzungen erfüllen. „Man kann nicht einfach eine Kamera anbringen“, sagt Brettschneider. Diese Art der Überwachung könnte aber helfen. Die Polizei sei auf Hinweise angewiesen, deshalb sei es wichtig, dass gemeldet werde, wenn an der Burg etwas auffälliges passiere.

Quelle: HNA

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