Hessen-Forst widerspricht Forderung nach Einschlagstopp

Greenpeace fordert: Alte Bäume stehen lassen

SCHWALM-EDER. Ein Einschlagstopp für alte Laubwälder im öffentlichen Eigentum – das fordern Greenpeace, Nabu, BUND und Forum Umwelt und Entwicklung. Bestände, die 140 Jahre und älter sind, sollen so lange geschont werden, bis ein Gesetz zehn Prozent der Wälder schützt.

Die Umweltorganisationen haben vor allem Buchenwälder im Blick. „Wir wollen verhindern, dass das Tafelsilber der deutschen Wälder verschwindet“, sagt Gesche Jürgens von Greenpeace. Zwar seien 2007 Regierungs-Pläne entstanden, den Wald zu schützen, die Umsetzung liege aber bei den Ländern. Hessen habe keine quantifizierbaren Ziele gesetzt.

Die Forderung nach einem Einschlagstopp stößt bei der Forstverwaltung auf Unverständnis. Sie spotte jeder Sachlichkeit und entbehre der wissenschaftlichen Grundlage, erklärte etwa Forstamtsleiter Christian-Peter Foet, zuständig für den Staatswald im Kreisteil Melsungen.

In seinem Gebiet seien 500 Hektar Wald vor der Forstwirtschaft geschützt, teilte Foet mit. Bezogen auf die vergangenen 300 Jahre seien die Buchenbestände aufgrund nachhaltiger Wirtschaftsweise so alt wie noch nie. Auch sei der Wald als Lebensraum noch nie so entwickelt gewesen wie derzeit.

Bei einem der größeren Buchensägewerke in Europa, dem Werk Abalon in Schwalmstadt, hält man die Forderung nach einem Einschlagstopp in alten Buchenwäldern für falsch. Sie erscheine unter kaum einem Gesichtspunkt begründbar und sei nicht ökologisch, erklärte Geschäftsführer Manfred Reinkemeier. Zumindest unter dem maßgeblichen Wert der Kohlendioxid-Bindung schneide ein nachhaltig bewirtschafteter Wald besser ab als ein alter Bestand.

Inzwischen hat Greenpeace eine Klage gegen den Landesbetrieb Hessen-Forst eingereicht, da eine Anfrage über den Zustand alter Buchenwälder nicht beantwortet worden sei. (ema/lgr)  Hintergrund,

Zum Tage, SEITE 2

Quelle: HNA

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