Die Grenze war kein Hindernis

Kirchengemeinden feierten ihre 30-jährige Partnerschaft

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Seit 30 Jahren befreundet: Regelmäßig treffen sich Menschen aus den Partnergemeinden Sipperhausen und Stremme Nitzahn und unternehmen etwas gemeinsam.

Sipperhausen. Seit 30 Jahren sind die Kirchengemeinden Stremme und Nitzahn in Sachsen-Anhalt und Sipperhausen und Mörshausen in Malsfeld miteinander befreundet. Das feierten sie.

Die Gemeindemitglieder trafen sich in den vergangenen Tagen bei einer Zusammenkunft in Sipperhausen.

„Es ist ein bisschen so, als käme man in die Heimat“, sagt Fritz Lichtenberg aus Sachsen-Anhalt, der mit seinen Mitstreitern regelmäßig seine Freunde in Sipperhausen besucht. Die Verbindung zwischen den beiden Gemeinden ist mehr als nur eine Partnerschaft. „Über die Jahre haben wir viele innige Freunde gefunden, die wir auch zu Geburtstagen oder anderen Anlässen regelmäßig besuchen“, sagt Regina Kienscherf, Mitglied des Kirchenvorstandes von Stremme Nitzahn - und das nun schon 30 Jahre lang.

„Ich durfte die Gemeinde nur unter der Bedingung übernehmen, dass ich die Partnerschaft zu Sipperhausen pflege.“

Angefangen hat die Freundschaft mit einem Aufruf der Kirchengemeinde Homberg. „Es sollten Partnerschaften zu Gemeinden in der DDR geknüpft werden“, sagt Pfarrerin Gudrun Ostheim. Die erste Begegnung fand dann in Altenklitschen statt. „Es war irgendwie beängstigend, die Grenze zu passieren und dann diese riesigen Ländereien in der DDR zu sehen, das war schon interessant“, berichtet Norbert Umbach, Ehrenmitglied des Kirchenvorstandes Sipperhausen. Besonders im Gedächtnis sei ihm eine riesige Bewässerungsanlage bei Hohensehen in Erinnerung geblieben.

„Das Eis war schnell gebrochen“, sagt Umbach. Nach der Grenzöffnung war die bis dahin doch eher postalisch geführte Freundschaft dann auch durch gegenseitige Besuche und gemeinsame Ausflüge geprägt. „In den ersten Jahren sind wir vielleicht mit drei Autos gefahren, heute sind es weitaus mehr Gemeindemitglieder, die sich der Partnerschaft angeschlossen haben und wir reisen mit dem Bus an“, sagte Fritz Lichtenberg.

Für das Einbinden junger Leute sorgten Pfarrerin Gudrun Ostheim und Pfarrer Johannes Möcker (Stremme Nitzahn). „Ich durfte die Gemeinde nur unter der Bedingung übernehmen, dass ich die Partnerschaft zu Sipperhausen pflege“, erinnert sich Möcker lachend. Seit Pfarrerin Ostheim ihr Amt übernommen hat, sind auch viele neue Familien hinzugekommen. „Wir hörten, dass noch Partnerfamilien gesucht wurden und da wir wie Familie Gärtner auch Kinder haben, passte das perfekt“, sagt Britta Braun aus Sipperhausen. Mit den Gärtners verbindet sie eine innige Freundschaft. „Unsere Kinder verstehen sich so gut, dass sie sich sogar in den Schulferien gegenseitig besuchen“, sagt Mandy Gärtner aus Klitsche.

Das große Interesse in den vergangenen Jahren gründet wohl auch im vielfältigen Angebot der Gemeinden. Bei den vielen Ausflügen ist für alle Generationen etwas dabei, erklärt Braun. Zum 30-jährigen Bestehen war am Wochenende unter anderem ein Ausflug zum Silbersee geplant.

Von Natalie Schmidt

Quelle: HNA

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