Grenzen nur auf dem Papier

Zusammenarbeit der Feuerwehren Naumburg, Bad Emstal und Wolfhagen klappt

Zusammenarbeit funktioniert: Die Wehren aus Altenstädt, Balhorn, Istha und Bründersen rückten zu einer Übung nahe der Windräder aus. Foto: Privat/nh

Wolfhagen/Naumburg/Bad Emstal. Ein Blick auf die Karte macht deutlich, dass die Feuerwehren in Altenstädt, Balhorn, Bründersen und Istha wenig miteinander zu tun haben.

Die Ortsteilwehren sind verankert in ihren Kerngemeinden. Eine gemeinsame Alarmierung durch die Leitstelle sei zwar denkbar, bedingt durch die Kommunalstrukturen eher unwahrscheinlich, sagt Mathias Müller, stellvertretender Stadtbrandinspektor in Wolfhagen.

Doch diese Grenzen existieren auf dem Papier und nicht zwangsläufig in den Köpfen der Feuerwehrleute. So erarbeiteten Müller und sein Kollege aus Bad Emstal, Uwe Mathe, eine gemeinsame Übung für die Wehren der vier Ortsteile, die durch den angrenzenden Windpark verbunden sind und zu drei unterschiedlichen Kommunen gehören.

Problem: Windpark

Die 17 Windräder werden regelmäßig gewartet. In der Vergangenheit sind dabei bundesweit auch Personen zu Schaden gekommen, die sich etwa an Maschinenteilen verletzten oder vom anstrengenden Aufstieg erschöpft waren. Das Problem dabei sei, dass sie in der Regel der Leitstelle keine Straße angeben, sondern lediglich die Nummer der Windkraftanlage nennen, sagt Müller. Mit dieser Nummer müssten sich Rettungsdienste und Feuerwehren den Weg zur Anlage suchen. In einem Windpark mit 17 Generatoren gar nicht so einfach und nur mit passendem Kartenmaterial zeitnah zu bewältigen.

Diese Problemstellung nahmen Mathe und Müller in den Fokus und boten den beteiligten Wehren am Montagabend zwei parallele Szenarien, welche es zu bewältigen gab: Schaulustige fuhren mit überhöhter Geschwindigkeit durchs Feld und beobachteten einen Brand in einer Aufforstung. Davon abgelenkt stießen sie an einer unübersichtlichen Stelle mit einem Traktor zusammen, überschlugen sich und wurden in ihrem Fahrzeug eingeklemmt. Das kleine Waldstück brannte weiter. Zwei Monteure in einer nahen Windkraftanlage wurden durch den Lärm auf das Feuer und den Unfall aufmerksam, konnten der Leitstelle die Örtlichkeit aber lediglich mit der Anlagennummer des Windrades beschreiben.

Die vier Löschgruppen fuhren von ihren Standorten los und manövrierten sich durch den Windpark. Vor Ort mussten sich die Einsatzkräfte organisieren. Dabei wechselten Einsatzkräfte zu jeweils anderen Einheiten, so ergänzten sich die vier Gruppen und bearbeiteten die Aufgaben gemeinsam. Gerade dieser Austausch von Personal wurde positiv bewertet. Einhelliger Beschluss: Der Austausch soll bei künftigen Ausbildungsdiensten und Übungen weiter gepflegt werden. (red/ant)

Quelle: HNA

Kommentare