Bewohner der Eggenhöfe lehnen geplanten Windpark ab – Parlament soll handeln

Große Angst um die Idylle

Blick auf die Schrecksbacher Eggenhöfe: Die Anwohner (von links) Heidi Glänzer, Heinz Möller, Gerald Morgenstern und Regina Morgenstern machen sich dagegen stark, dass 850 Meter von ihren Häuser entfernt ein Windpark entstehen soll. Foto:  Schittelkopp

Schrecksbach. Die Bewohner der Eggenhöfen in Schrecksbach lehnen es ab, dass in der Nähe ihrer Häuser ein Windpark entstehen soll. In einem Antrag an Gemeindevorstand und -vertretung fordern die drei Familien, dass das Parlament den Beschluss zurücknimmt, der das Gebiet neben den Höfen als Suchfläche für Windkraft ausweist. Stattdessen sollen die Mandatsträger prüfen, ob es in der Gemeinde keine Gebiete gibt, die geeigneter wären.

Heidi Glänzer, Heinz Möller sowie Gerald und Regina Morgenstern sehen ihre Lebensqualität durch die Windräder beeinträchtigt. „Unsere Idylle soll zerstört werden“, sagt Möller. Doch die Familien befürchten mehr, als dass ihnen nur ihr schöner Ausblick verstellt wird. Sie sprechen von Gesundheitsrisiken durch Infraschall, Lärm und Schattenschlag sowie Eingriff in die Natur. Sie befürchten einen Wertverlust ihrer Grundstücke. „Wenn wir den Hof verkaufen wollen würden, wäre das jetzt schon unmöglich“, sagt Heidi Glänzer.

Wirtschaftliche Bedenken plagen die Familie Morgenstern, die Ferienunterkünfte anbietet. „Die Gäste kommen, weil sie hier Ruhe und Natur finden“, erzählt Regina Morgenstern. Sie befürchtet, dass die Touristen ausblieben, wenn die „Windmühlen“ einmal im nahgelegenen Wald stehen.

Die Familien haben sich der Bürgerinitiative Immichenhain angeschlossen, die gegen den Windpark mobil macht. Auch die Bewohner des Schrecksbacher Kodenhofs wären auf ihrer Seite, betonte Möller.

Die Familien erheben Vorwürfe gegen die Schrecksbacher Mandatsträger: „Es wurde der Weg des geringsten Widerstand gegangen“, sagt Möller. So habe sich das Parlament für den Standort an den Eggenhöfen ausgesprochen, weil dort nur wenige Menschen leben. „Wir fühlen uns wie Menschen zweiter Klasse.“ Auch sei die Entscheidungsfindung nicht transparent gewesen. „Uns ist schon viel vorgegaukelt worden“, fügt Regina Morgenstern an. Die Familien haben bereits zweimal Einspruch bei Regierungspräsidium Kassel gegen den Regionalplan Windkraft eingelegt. Bald wollen sie Briefe an Bundestagsabgeordnete und Minister schreiben.

Die Eggenhöfe liegen zwischen Schrecksbach und Immichenhain. Auf den drei Höfen leben derzeit 15 Menschen. Der Windpark die Gleiche soll mit sechs Anlagen im Wald zwischen Immichenhain und Schrecksbach entstehen. Laut den Planungen sollen auf Schrecksbacher Gebiet zwei Windräder 850 Meter vom Haus der Familie Glänzer entfernt errichtet werden.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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