FWG bei 54,9 Prozent

Die große Anti-Wahl: Borkener straften etablierte Parteien ab

Steht jetzt unter ganz neuen politischen Vorzeichen: Die Freien Wähler haben in der Bergmannsstadt 54,9 Prozent eingefahren - und damit die etablierten Parteien weit hinter sich gelassen. Foto:  Zerhau

Borken. Das ist ein Ergebnis, mit dem wohl der zuversichtlichste Freie Wähler nicht im Traum gerechnet hat: In Borken erhielten die Freien Wähler am Sonntag 54,9 Prozent der Stimmen - fast doppelt so viele wie die SPD (33,9 Prozent) und fast sechs Mal so viel wie die CDU (11,2 Prozent).

Die FWG hält also im neuen Parlament mit 20 Sitzen eine absolut komfortable Mehrheit: Die SPD besetzt 13, die CDU elf Sitze. Die Christdemokraten hatten den neuen Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm (FWG) im September bei dessen Wahl zwar unterstützt, aber in keiner Weise davon profitiert - sie verlor im Vergleich zur Wahl vor fünf Jahren 7 Prozentpunkte.

Die SPD stürzte in der Bergmannsstadt ins Bodenlose: Sie fiel kopfüber von 51,2 Prozent im Jahr 2011 auf 33,9 Prozent. Ein Debakel, das nach Aussage von Unterbezirksvorsitzendem Dr. Edgar Franke nun „sehr selbstkritisch aufgearbeitet“ werden muss.

So wenig die Sozialdemokraten mit einem solchen Absturz gerechnet hatten, so wenig waren die Freien Wähler auf diesen Höhenflug eingestellt: Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm hatte am Sonntag schon an einen Computerfehler geglaubt, als die ersten Hochrechnungen einliefen.

„Mit einem solchen Durchmarsch hatten wir nicht gerechnet“, sagte Pritsch-Rehm am Montag. Die FWG stelle die deutliche Mehrheit, werde aber dennoch die „Meinungen der Minderheiten“ hören und akzeptieren: „Wir werden nicht Gleiches mit Gleichem vergelten,“ sagt Pritsch-Rehm und meint damit die Zeiten, in denen die SPD die Mehrheit stellte. „Wir werden alle Ideen hören und gelten lassen.“

FWG-Fraktionsvorsitzender Lars Bax zeigte sich am Montag angesichts des „traumhaften Ergebnisses“ extrem gut gelaunt. Dem 32-Jährigen ist auch nicht bange vor der Verantwortung, die die Freien Wähler nun in Borken tragen. „Jetzt sind wir dran zu gestalten - und das ist eine große Aufgabe“, sagte er. „Aber nach zehn Jahren in der Opposition wissen wir, wie es funktioniert - wir haben deshalb in unseren Reihen genügend Sachverstand, um die Dinge in die Hand zu nehmen.“

Das dafür benötigte Team stehe in den Startlöchern. Nach der Wahl von Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm habe die FWG einen großen Zulauf erfahren, gerade von jungen Menschen. „Wir werden damit die richtigen Themen präsentieren.“

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Quelle: HNA

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