Große Kunst in der Casa Aulenkamp

Musik im Wohnzimmer: Vor zehn Jahren gründeten die Ziegenhainer Pianistin Roswitha Aulenkamp und ihr Mann, der Schauspieler und Opernsänger Theodor Hoffmeyer, die „Casa Aulenkamp“ in der Muhlystraße. Fotos: Archiv, Göbel

Ziegenhain. Vor zehn Jahren öffnete die Pianistin Roswitha Aulenkamp ihr Fachwerkhaus an der Muhlystraße in Ziegenhain für kulturelle Veranstaltungen. Seitdem fanden im musikalisch-literarischen Salon der „Casa Aulenkamp" unzählige Konzerte, Lesungen und Ausstellungen statt.

Die Casa

Mit den Veranstaltungen knüpft die gebürtige Ziegenhainerin an die Tradition des 1775 erbauten Hauses an. Denn schon ihre Großmutter gab zwischen 1920 bis Ende der 50er-Jahre dort regelmäßig Konzerte. 2003 zog die Pianistin dann von Kassel in das Haus ihrer Großmutter in Ziegenhain. „Während dieser Zeit kam mir die Idee, hier Lesungen, Ausstellungen und Kozerte zu veranstalten“, erinnert sich die 70-Jährige.

„Vor der Eröffnung der Casa Aulenkamp haben sich meine musikalischen Tätigkeiten meist außerhalb der Schwalm abgespielt. Ich wollte aber Kunst hier etablieren, mit dem Ziel, Menschen mit einem Programm jenseits der absoluten Klassik zu erreichen“, erzählt die Pianistin.

Das Programm

Mit ihrem Mann, dem Schaupspieler und Opernsänger Theodor Hoffmeyer, setzte sie den Plan 2006 in die Tat um. Den Auftakt bildete damals die Ausstellung „Die Brüder Grimm und ihre internationale Ausstrahlung“. Der muskalisch-literarische Salon orientiert sich am Vorbild der historischen Salons des Berliner Geisteslebens.

Die Veranstaltungen finden im kleinen Kreis von nicht mehr als 25 Personen statt. In der Vergangenheit waren das zum Beispiel Märchenlesungen, „Melancholie im Leben Mozarts“, „Musikalische Reise durch Italien“ und „Erinnerungen an Fanny“.

Die Künstlerin

Die musikalische Ausbildung von Roswitha Aulenkamp begann bereits im Alter von vier Jahren. Ihre Großmutter, die Sängerin und Musikpädagogin Johanna Pfaff, hörte sie damals zufällig Klavier spielen und staunte nicht schlecht. „Ich habe für einen bevorstehenden Geburtstag so lange am Klavier geübt, bis ich es konnte“, erinnert sich die Künstlerin an ihre musikalischen Anfangstage.

In Kassel und Frankfurt studierte Aulenkamp später Musik und schloss ihr Studium mit dem Zweiten Staatsexamen in Musikerziehung mit dem Hauptfach Klavier mit Auszeichnung ab. Große Beachtung fand 1972 ihr Konzert zur documenta 5 in Kassel mit einem Beitrag Neuer Musik. In diesen Jahren entstanden ihre ersten Kompositionen, wie beispielsweise die Vertonung der „Publikumsbeschimpfung“ von Peter Handke. Seit 1980 machte sie zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Komponistinnen in Form von Kammer-, Solo- und Portraitkonzerten.

Die Zukunft

Für das Frühjahr kommenden Jahres plant die Ziegenhainer Pianistin schon das nächste musikalische Projekt. Gemeinsam mit einem Marburger Cellisten möchte sie Schuberts Winterreise auf die Bühne bringen. Das Cello fungiert dabei besonderer Weise als Gesangsstimme, während Roswitha Aulenkamp am Klavier spielt.

Hintergrund

Neben ihren zahlreichen musikalischen Tätigkeiten hat Roswitha Aulenkamp vor Jahren die Benefiz-Kinderkonzertreihe „Kinder und Jugendliche spielen für Kinder in Not“ ins Leben gerufen. Mit ihren Schülern hat sie zahllose Konzerte gespielt, um unterschiedliche Kinderhilfsprojekte zu unterstützen. In diesem Jahr findet das Konzert am Samstag, 26. November, 17 Uhr, im Museum der Schwalm in Ziegenhain statt. Die Spenden in Form von Eintrittsgeld gingen bisher vorwiegend in den Sudan, nach Indien und Burkina Faso. Diesmal ist das Geld für die HNA Aktion Advent gedacht und kommt benachteiligten Kindern in Nordhessen zugute.

Quelle: HNA

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