Wolfhager beobachten den Wassermangel

Immer mehr Bäche und Quellen im Wolfhager Stadtwald trocknen aus

Wald im Umbruch: Ehemalige Morastflächen im Wald bei Leckringhausen sind trocken. Renate La Croix hat die stärksten Veränderungen in den vergangen zwei Jahren bemerkt. Foto: Ricken

Wolfhagen. Im und um den Wolfhager Stadtwald sind Quellen, Bachläufe und ehemals morastige Waldgebiete ausgetrocknet. Eine Situation, die sich in den vergangenen zwei Jahren massiv verschlechtert hat, sagen ältere Wolfhager, Naturfreunde und die Mitglieder der Angelvereine.

 „Früher konnten die Kühe und Pferde am Bach trinken, seit zwei Jahren fließt hier nur noch ein Rinnsal“, erzählt Renate La Croix aus Leckringhausen. Sie deutet auf zwei Bachläufe, die sich auf den Weiden hinter dem Dorf treffen. Der eine kommt aus Ippinghausen, der andere führt quer durch Leckringhausen. So einen extremen Wassermangel hat die 75-Jährige, die seit ihrem sechsten Lebensjahr in Leckringhausen wohnt, noch nicht erlebt. Auch die Feuchtwiesen vor Ippinghausen seien ebenso abgetrocknet wie ehemalige Morastflächen im Wolfhager Stadtwald.

Auch Hermann Sälzer aus Ippinghausen wird immer wieder von Landwirten angesprochen, die Wassermangel beklagen. „Meine Beobachtung ist, dass in vielen Bächen rund um den Stadtwald kaum noch Wasser fließt“, sagt Sälzer.

Die Angler und Fischteichbesitzer beobachten mit Sorge die versiegenden Quellen. Die Quelle im Grünen Grund fließt seit zwei Jahren nicht mehr.

Kurzclip: Renate La Croix

Nach Auskunft von Wassermeister Dieter Spangenberg ist sie ohnehin ein Sorgenkind. Als man vor rund zwei Jahren den Auslauf an der Quelle tiefer gelegt habe, sei aufgefallen, dass in den vergangenen Jahrzehnten der Auslauf dreimal tiefer gelegt worden sei. „Seit Jahren verlieren die Fließgewässer in Wolfhagen Wasser“, sagt ein Mitglied des Angelvereins. Der Alfringerhäuser Born, der die Fischteiche in der sogenannten Rattenfalle im Stadtwald speise, sei versiegt. Und auch im Fredegassen-Bach fehlt Wasser. Ihn und seine Mitstreiter treibt nicht nur die Angst um die Fischbestände um, sondern vor allem die Sorge um die Natur.

Hier gibt es laut Forstamtsleiter Uwe Zindel inzwischen massive Veränderungen. „Seit zehn Jahren sind die Sommerhalbjahre deutlich trockener.“ Dies zeige sich besonders im Wald.

Die Forstleute haben sich inzwischen auf diese Entwicklung eingestellt und pflanzen Baumarten an, die Trockenheit besser vertragen können. Durch die Kombination von jungen, mittelalten und alten Bäumen, also dem Mehrgenerationenwald, versuche man den Wald zu stabilisieren.

Durch die erhöhte Dichte habe der Wind weniger Chancen, die Flächen auszutrocknen. So übernehme der Wald wieder eine Schwammfunktion und dies wirke sich positiv auf Bäche und Co aus.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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