Parlament spricht sich gegen Verlegung aus

Große Sorge wegen Kalifernleitungen

Knüllwald. Sie befürchten, dass nicht nur die Landschaft in Knüllwald Schaden nehmen könnte, wenn die Rohrfernleitung zur überregionalen Entsorgung der Salzabwasser der K+S Kali GmbH in Knüllwald verlegt werden.

Deshalb haben sich die Knüllwalder Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Montagabend in Niederbeisheim einstimmig gegen die geplante Verlegung der Rohre entschieden, sagt Bürgermeister Jörg Müller im HNA-Gespräch.

„Es sollten Entsorgungslösungen vor Ort gefunden werden, das wäre heute schon möglich“, sagte Müller. Die Knüllwälder seien jedenfalls gegen die Verlegung im Gemeindegebiet. „Die Erdgasfernleitungen, die vor über 20 Jahren verlegt wurden, haben bis heute deutliche Spuren hinterlassen“, fügt er an. Das wäre bei den Rohrfernleitungen nicht anders. Das schade zudem der Landschaft und dem Tourismus in der Region.

Ja zur Windkraft, aber...

Für Windkraft im Gemeindegebiet sprachen sich die Gemeindevertreter aus – allerdings mit Einschränkungen. Von den ursprünglichen neun, seien noch drei mögliche Standorte verblieben:

• Der Standort bei Ludwigsau sei unbedenklich, wenn die Belange des Dorfes Hausen beachtet würden, so Müller. Allerdings befürchten die Bewohner Einschränkungen und haben eine eigene Stellungnahme abgegeben.

• Der Standort bei Ellingshausen sei relativ nah an der Ortslage und auch dort befürchten die Bewohner Beeinträchtigungen. „Wenn sich in dem Ort Widerstand regt, werden wir diesen unterstützen.“

• Für den Standort am Aschenberg haben sich die Gemeindevertreter stark gemacht. Dieser Platz rechne sich nicht nur wegen der Windhäufigkeit, sondern auch, weil das Gelände der Gemeinde gehöre und somit der Allgemeinheit zufallen würde. „Wir wollen keinen riesigen Windpark, doch drei bis fünf Anlagen sind dort sicher verträglich“, so Müller. Der Aschenberg sei von der Gemeinde aus gut zu sehen und sei dennoch weit genug von den Ortskernen weg. „Wenn sich dort mal die Flügel drehen, dann sehen die Knüllwalder, dass Geld verdient wird.“

Defizit schrumpft

Mehrere gute Nachrichten überbrachte Müller:

• Der Fehlbetrag im Haushalt 2012 hat sich von 738 000 Euro auf rund 435 000 Euro verringert. Man habe den Gürtel noch enger geschnallt und zudem auch zum Beispiel beim Holzverkauf und der Einkommenssteuer höhere Einnahmen erzielt.

• 210 000 Euro bekommt die Gemeinde für 14 Kindergartenplätze für unter Dreijährige in Rengshausen. „Das hilft uns sehr weiter“, so Müller und freut sich über den Einsatz von Mitarbeiterin Waltraud Musmann.

• Für die Wehren in Appenfeld und Lichtenhagen gibt es je ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug. (may)

Quelle: HNA

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