Zu große Trockenheit: Kein Jahr für die Pilzsammler - Züchter profitieren

In seiner Pilzzucht herrschen immer optimale Bedingungen: Viktor Braun aus Unshausen bietet seine Produkte das ganze Jahr über an. Unser Bild zeigt ihn mit Shiitake-Pilzen. Foto: Laumann

Wabern/Bad Zwesten. Der Herbst ist die Zeit der Pilzsammler. Normalerweise. Doch in diesem Jahr bleiben die Körbe der Sammler meist leer.

„Es ist ein ganz schlechtes Pilzjahr“, sagt Ewald Langer. Der Professor an der Universität Kassel kennt die Gründe für die magere Ausbeute. Im Juli, August und den halben September über war es zu heiß und zu trocken. Diese drei Monate waren nichts für Pilze, die einen feuchten Boden brauchen.

Ende September hat Langer seine Studierenden beim Pilzpraktikum begleitet. Die angehenden Biologen sollten Pilze sammeln und bestimmen. „Wir hatten Last, überhaupt Pilze zu finden“, erinnert sich der Bad Zwestener. Im Nationalpark Kellerwald-Edersee war nicht viel zu holen. Am Sonntag war Langer wieder dort. „Es gibt ein paar Steinpilze“, zieht er Bilanz. Der Regen im Oktober hat noch etwas Boden gut gemacht.

Mit diesen Bedingungen seien die Pilze unterschiedlich gut zurecht gekommen. So gebe es in dieser Saison etwa viele Safranschirmlinge, aber wenige Pfifferlinge. „Ich habe keine gefunden“, berichtet Langer von seinen Suchen im Kellerwald. Wer noch Pilze sammeln möchte, sollte sich beeilen. „Wenn der erste Nachtfrost kommt, ist es vorbei.“

Zucht in einer Scheune

Viktor Braun in Unshausen kennt solche Probleme nicht. In seiner Pilzzucht sprießen die Pilze das ganze Jahr über. In einer Scheune finden sie immer optimale Bedingungen vor. Hier gibt es kein zu heiß oder zu trocken. Das schlechte Pilzjahr merkt aber auch der 33-Jährige - durch eine gestiegene Nachfrage.

Braun verkauft seine Pilze vor allem an Wiederverkäufer, wie er sagt. Pilze aus Unshausen würden auf Wochenmärkten von Hann. Münden bis Schwalmstadt angeboten. 2011 ist Braun mit zwei Pilzen gestartet: Shiitake und dem Kräuterseitling. Beides Pilze, die auch in der Natur vorkommen.

Der Shiitake kommt ursprünglich aus Asien, der Kräuterseitling sei in Tirol und Norditalien stark verbreitet. Inzwischen bietet Braun auch Austernpilze und Goldkäppchen an, die es auch in den Wäldern der Region gibt. Als fünften Pilz züchtet er den Pom Pom. Den kennen Sammler unter dem Begriff „Igel-Stachelbart.“

Quelle: HNA

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