Großeinsatz am Asylbewerberheim - Durchsuchung wegen Drogen und Waffen

Treysa. Wegen Drogen- und Bandenkriminalität sowie illegalem Waffenbesitz durchsuchte am Donnerstagmorgen ein Großaufgebot von Polizeibeamten und Mitarbeitern der Marburger Staatsanwaltschaft Räume von Asylbewerbern im Schwalm-Eder-Kreis.

Aktualisiert um 13.25 Uhr

Nach Polizeiangaben gab es Durchsuchungsbeschlüsse gegen 23 Tatverdächtige im Alter von 18 bis 43 Jahren. Die mutmaßlichen Täter sollen vornehmlich aus dem nordafrikanischen Raum stammen. Durchsucht wurden sechs Objekte im Schwalm-Eder-Kreis. Der Schwerpunkt der Durchsuchungen war im Asylbewerberheim am Harthberg in Treysa lag. „Auch ein Spezialeinsatzkommando war im Einsatz“, bestätigte Polizeisprecher Markus Brettschneider auf HNA-Nachfrage.

Aufgebrochene Tür

Zu der Zahl der an der Durchsuchung beteiligten Beamten machte Brettschneider keine Angaben. Bewohner des Asylbewerberheims berichteten von 25 bis 30 Einsatzfahrzeugen. Die Beamten hätten teilweise Türen aufgebrochen, alles durchsucht und Geld und Handys beschlagnahmt, berichtete ein Bewohner im Gespräch mit dieser Zeitung.

Ein Teil der Tatverdächtigen wurde festgenommen und wird auf den Polizeirevieren im Schwalm-Eder-Kreis vernommen. Zu den Gründen teilten die Beamten mit, dass es seit Jahresbeginn im Bereich Schwalmstadt eine deutliche Häufung von Autoaufbrüchen und anderen Diebstählen gegeben habe. Es gebe Hinweise auf Beschaffungskriminalität aus dem Drogenmilieu. Bei intensiven polizeilichen Ermittlungen wurde festgestellt, dass Cannabisprodukte, Heroin, Kokain und Amphetamine sowie Hehlerware von den Diebstählen aus dem Asylbewerberheim heraus verkauft worden seien.

Großeinsatz am Asylbewerberheim - 23 Durchsuchungsbeschlüsse

Zudem habe es Hinweise auf Schusswaffenbesitz gegeben. Die Polizei machte noch keine Angaben über die gefundenen und beschlagnahmten Gegenstände. Die Kriminalpolizei habe wegen der Ausmaße der anstehenden Ermittlungen die Arbeitsgruppe „AG Atlas“ eingerichtet. (mso)

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Daniela Müller

Kommentare