Die Kurhessische Kantorei nahm das Publikum am Reformationsvorabend gefangen

Großer Abend in der Kirche

Auf der Empore: Im ersten Konzertteil dirigierte Uwe Maibaum den Chor dort, an der Orgel Prof. Dr. Martin Weyer. Fotos: Mühling

Ziegenhain. Glockenklare Stimmen, präzise dirigiert vom Chorleiter, erfüllten am Samstagabend die Schlosskirche in Ziegenhain. Über 50 Sängerinnen und Sänger der Kurhessischen Kantorei unter der Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Uwe Maibaum schlugen die Zuhörer in ihren Bann.

Professor Dr. Martin Weyer begleitete den Abend an der Orgel und brillierte mit zwei Werken von Bach und Rheinberger. Mit Motetten von Bach, Brahms und Mendelssohn-Bartholdy ließ der stimmgewaltige Chor die Zuhörer in die erhabene Musik zum Reformationstag einsinken, bisweilen angerührt lauschten die 100 Besucher dem Programm, gaben sich fast meditierend der Musik hin.

Mit der Improvisation „Wir glauben all an einen Gott“ von Martin Luther wechselte der Chor singend von der Empore zum Altar. Der Höhepunkt des Abends, die „Musik für eine große Kirche“ von Thomas Jennefeld, nahm die Zuhörer dann vollends gefangen. Die vom Chor textlos angestimmten Klänge erfüllten den Raum. Selbst als die eigentliche Tonerzeugung bereits beendet war, klangen sie weiter. Es entstand ein Klangraum, der keiner Tonalität mehr zuzuordnen war.

„Das kann man mit Worten gar nicht beschreiben“, war der allgemeine Tenor unter den Zuhörern. Lag es vielleicht an der Ergriffenheit des Publikums, dass mit dem hochverdienten Applaus anfangs doch sehr sparsam umgegangen wurde? Isa Mühling

Quelle: HNA

Kommentare