Großübung der Gemeinde Willingshausen: Sieben Feuerwehren waren am Freitag an der Melanchthon-Schule im Einsatz

Großer Knall im Chemieunterricht

Löschen: Während sich die Erkundungstrupps im Gebäude orientierten, sicherten diese Feuerwehrfrauen die Wasserversorgung. Zu der Großübung der Gemeinde waren 48 Feuerwehrleute ins Steinatal gekommen. Fotos:  Rose

Steinatal. Als am Freitagvormittag um kurz nach halb Zehn der kreischende Ton der Sirene durch die Melanchthon-Schule schrillte, ahnte zunächst keiner der Schüler und Lehrer, dass es sich nur um eine Übung handelte. Binnen Minuten waren alle Gebäude des Schulkomplexes geräumt, Schüler, Lehrer und Mitarbeiter versammelten sich auf dem Sportplatz. Um das Areal kennen zu lernen und strategisch den Ernstfall zu simulieren, rückten 48 Einsatzkräfte der Feuerwehren Steina, Trutzhain, Zella, Wasenberg, Merzhausen, Willingshausen und Schwalmstadt an. Ausgearbeitet hatte das Szenario Manuel Hoos, stellvertretender Wehrführer in Steina.

Dabei mussten die Feuerwehrleute zunächst davon ausgehen, dass es während eines Experiments im Chemiehörsaal des Schindelhauses zu einer chemischen Reaktion gekommen war, aus der sich in der Folge ein Brand entwickelte. Im Raum und im Bereich des Treppenhauses kam es zu starker Rauchentwicklung. Eine Alarmierung des Kunst-Werkhauses stellte sich später als Fehlalarm heraus.

Zunächst machten sich die Trupps auf Erkundungstour: Im Schindelhaus trafen die Feuerwehrleute auf einen Lehrer, der sie über die benutzten Chemikalien aufklärte. Und darüber, dass sich noch drei Schüler im Hörsaal befänden. „Ein Vorgehen ist in diesem Fall nur durch das Treppenhaus möglich, da sich der Rauch sonst im gesamten Gebäude ausbreitet“, erläuterte Manuel Hoos. Zusammen mit Willingshausens Gemeindebrandinspektor Horst Faust und Beobachtern schaute sich der Übungsleiter den Verlauf des Probeeinsatzes an. „Es ist wichtig, dass alle Einsatzkräfte das Gelände kennen lernen, um die Situation besser einschätzen zu können“, sagte Faust.

Drehleiter aus Schwalmstadt

Der erste Schüler, der vom Angriffstrupp ins Freie gebracht wurde, hatte lediglich leichte Verbrennungen an den Händen erlitten. Die zweite Person mimte eine Puppe, die eine kontaminierte Jacke trug. Danach wurde die Puppe durch einen Dummie ersetzt, an dem Wiederbelebung geübt werden sollte. Ein Schüler wurde schlussendlich durch ein Fenster ins Freie gerettet.

„Ansonsten müsste er durch das schon völlig verrauchte Treppenhaus gebracht werden“, verdeutlichte Hoos. Daneben bauten die Einsatzkräfte eine Wasserversorgung auf, über die Drehleiter aus Schwalmstadt konnte das Gebäude zusätzlich von oben gelöscht werden. Nach einer Stunde war die Übung beendet. Während die Schulgemeinde in die Gebäude zurück kehrte, trafen sich die Feuerwehrleute zur Manöverkritik.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Kommentare