Konzert in der Stadtkirche Zierenberg ganz nach dem Geschmack des Publikums

Mit großer Spielfreude

Viel Applaus gab es für die Beiträge des Bad Arolser Orchesters. Unser Foto zeigt Holz- und Blechbläser. Foto: Löschner

Zierenberg. Ein sicheres Gespür für die richtige Mischung bewies Kantorin Henrike Wischerhoff bei der Zusammenstellung von Programm und Musikern für das Konzert in der Stadtkirche am Sonntag. Besonders die Auswahl des Orchesters der Bad Arolser Christian-Rauch-Schule stieß beim Publikum auf Begeisterung.

Im ersten Teil des Konzertes boten Solisten, Kirchenchor und Streichorchester eine durchweg stimmige und von Henrike Wischerhoff am Dirigentenpult klanglich bestens ausbalancierte Vorführung großer Barockwerke. In der Ostergeschichte, in Kantatenform vertont von Arnold Melchior Brunckhorst, kamen zunächst die Solisten Anne Petrossow (Sopran), Cecilia Scheibengraf-Meißner (Alt), Florian Brauer (Tenor) und Mario Jurzcyk (Bass) sowie Tobias Scheer an der Trompete zur Geltung. Dem Ensemble gelang es in großer Einheit, die barocke Klarheit des Werkes mit emotionaler Wärme wiederzugeben. Unterstützt wurden sie vom klanglich sehr gut aufgestellten Zierenberger Kirchenchor, der seine kraftvolle Präsenz vor allem später beim harmonisch farbigerem „Kam durch einen Tod“ aus Händels Messias unter Beweis stellen konnte.

Das Streichorchester, zusammengestellt aus Musikern des Bad Arolser Schulorchesters, löste die solistischen Anforderungen der kleinen Besetzung gut. Dass der strenge Barocksatz gerade jungen Musikern, zudem wenn sie mit wenigen gemeinsamen Proben auskommen müssen, Verbesserungsmöglichkeiten in der rhythmischen Präzision und der Intonation aufzeigt, liegt in der Natur der Sache. Eine sichere Grundlage steuerte Christoph Knatz am Cembalo bei.

Nach der Pause übertrug das Orchester der Christian-Rauch-Schule unter dem motivierenden Dirigat von Rainer Böttcher seine Freude an der Musik auf das Publikum in der Zierenberger Kirche, das es nach dem Finale – einem Ausschnitt aus dem Musical „Lord of the Dance“ – nicht mehr auf den Plätzen hielt. Zuvor gab es eine geschickt ausgewählte Mischung aus moderner Orchesterliteratur, Oper und Filmmusik. Mit anspruchsvollen Werken wie einem Satz aus Karl Jenkins „Palladio“ oder Robert Smiths „The Winds of Poseidon“ spielte das Orchester seine technischen Stärken und sein großes Klangvolumen aus und setzte bei einem Stück aus der Oper „Thais“ von Jules Massenet (Violine: Oliver Mathes) oder Ennio Morricones „Gabriel’s Oboe“ (Oboe: Louisa Albers) seine Solisten überzeugend in Szene.

Der Applaus für alle Akteure am Ende machte deutlich, dass das Zierenberger Publikum diese Programmmischung verbunden mit der Spielfreude junger Musiker wieder hören möchte. (zlö)

Quelle: HNA

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