Salz-Pipeline und Fracking: Großprojekte  bringen Tourismus in Gefahr

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Naturschutzgebiet Glockenborn: Reiner Merkel warnt vor einer negativen Entwicklung des Tourismus im Wolfhager Land.

Wolfhager Land. Vor einer dramatischen Veränderung des Naturraums im Landkreis Kassel warnt der Regionalverband Kassel-Land. Sollten die Gleichstromtrasse SuedLink übers Wolfhager Land gelegt und die Salzpipeline von K+S Realität werden, erwartet Touristikmanager Reiner Merkel negative Auswirkungen auf den Tourismus.

Zudem würden die Windräder, die aus dem Reinhardswald emporragen sollen, künftige Gäste verprellen. Auch das Fracking in Nordhessen sei noch nicht vom Tisch. Denn die umstrittene Erdgas-Fördertechnologie könnte über das geplante Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU auf dem Gerichtsweg durchgesetzt werden.

„Wenn das alles käme, dann wäre die Region entstellt“, sagt Merkel. Die Menschen besuchten die Region, weil sie in Nordhessen ein intaktes Landschaftsbild mit viel Wald erwartet. In den vergangenen Jahrzehnten sei viel in den sanften Tourismus investiert worden. Mit dem Habichtswaldsteig und dem Weserbergland-Weg, der durch den Reinhardswald führt, seien attraktive Wanderangebote geschaffen worden. Eine Verstümmelung der Landschaft durch die genannten Großprojekte würde die touristische Entwicklung zumindest gefährden.

Bei der GrimmHeimat Nordhessen betrachtet man die Vorhaben ebenfalls mit Skepsis. Grundsätzlich begrüße der Tourismusbeirat die Energiewende, sagt Ute Schulte vom Regionalmanagement Nordhessen, wo die GrimmHeimat angesiedelt ist. Allerdings sollten beim Aufstellen von Windrädern die Belange des Tourismus stärker berücksichtigt werden. Das Gleiche gelte für die Gleichstromtrasse, bei der nach der aktuellen Planung die Gefahr besteht, dass sie eine Schneise durch den Naturpark Habichtswald schlägt und auf einer Breite von einigen hundert Metern sämtliche Bäume gefällt werden müssen.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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