Hunderte Zuschauer

Meteoriteneinschläge am Silbersee: Großübung mit 500 Kräften

Frielendorf. Bei realen Einsätzen sind Zuschauer unerwünscht, bei der groß angelegten Katastrophenschutzübung rund um den Silbesee waren sie ausgesprochen erwünscht.

Hunderte von Besuchern waren am Wochenende dabei. Überall, wo es die Pyrotechniker um Lars Röse krachen und rauchen ließen, säumten Besucher die Einsatzstellen.

Plangemäß um 14.10 Uhr begann die Übung am Samstag, simulierten die Pyrotechniker Meteoriteneinschläge im Bereich der Ferienhäuser. Die Explosionen waren im weiten Umkreis zu hören.

Fotos der Übung am Textende

Die ersten Kräfte der Frielendorfer Feuerwehr waren noch nicht alle am Ort des Geschehens, als bereits das zweite Szenario einsetzte: An der Sommerrodelbahn gab es durch die Einschläge 25 Verletzte, die um Hilfe schrieen. Hier waren die Verletztendarsteller im Einsatz, die für die Übung realistisch geschminkt wurden.

Minuten später beschäftigte ein Waldbrand die Feuerwehren, während immer mehr Einsatzfahrzeuge zum Silbersee beordert wurden. Auch im See selbst - bei dem harten Winterwetter kein Vergnügen - waren Menschen übungsbedingt in Not.

Tosende Explosionen deuteten gegen 15 Uhr auf einen schweren Unfall hin. Auch hier hatte Lars Röse mit seinem Team alle Register gezogen und die Besucher förmlich angelockt.

Kurz darauf wurden an der sechsten Einsatzstelle vermisste Menschen in einem Stollen gesucht - und dann brannte es erneut in einem Waldstück.

Viel Arbeit für die über 500 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst von Deutschem Roten Kreuz und Malteser Hilfsdienst sowie Technischem Hilfswerk, die mit über 100 Fahrzeugen an der Übung beteiligt waren.

Wie Uwe Wunsch vom Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen des Landkreises sagte, diente das alles hauptsächlich dem Einüben von Führungsstrukturen über die Ebene eines Zuges mit 25 Personen hinaus.

Zwei bis drei Züge bei einem Großbrand unter der Einsatzleitung eines Stadt- oder Gemeindebrandinspektors mit Führungsunterstützung und einem Einsatzleitwagen seien kein Problem. Bei Katastrophenschutzübungen aber kommen verschiedene Fachdienste wie Brandschutz, Sanitäts- und Rettungsdienst, Betreuung und THW zusammen, die im Tagesgeschäft nur wenig miteinander zu tun haben.

Die Lage „Meteoritenregen“ wurde gewählt, um genau das zu erreichen: Meteoritenteile stürzen ab und verursachen Gebäudebrände. Kaum hatte sich eine Einsatzleitung gebildet, stürzen die nächsten Teile ab und es gibt einen „Massenanfall von Verletzten“, einen um den anderen Abschnitt galt es mit jeder weiteren Lage zu bilden und personell zu besetzen ohne den Überblick zu verlieren.

Dazu gehört es, kleinere Lagen einem der bereits bestehenden Abschnitte zuzuordnen.

Genau diese Führungsarbeit wollten die Macher der Übung vom Fachbereich 37 als zuständige Behörde testen. Die Perfektionierung des Handwerks im Zusammenspiel der Führungskräfte war das Ziel, erklärte Uwe Wunsch.

Laut Kreisbrandinspektor Werner Bähr hat das geklappt, wie er bei der anschließenden Pressekonferenz sagte. Das Übungsziel sei nach knapp drei Stunden Übung voll erfüllt worden.

Anmerkungen, es seien zu wenige Rettungsfahrzeuge im Einsatz gewesen, wies Bähr zurück. Aus dem Regelrettungsdienst wurden von der Leitstelle zwei Rettungswagen mit Besatzung aus Homberg und Ziegenhain sowie ein Notarztwagen mit Besatzung aus Ziegenhain eingesetzt.

Im Ernstfall, so Bähr, hätte man alle Rettungsfahrzeuge aus dem Kreis sowie angrenzenden Kreisen hinzugezogen - wie beim Gefahrgutunfall in Homberg vor zwei Jahren. Aber so war es eine Übung und die Fahrzeuge mussten für die tatsächlichen Einsätze bereit stehen.

Von Peter Zerhau

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Meteoriteneinschläge am Silbersee: Großübung mit 500 Kräften

Quelle: HNA

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