Zwischen Adelshausen und Kirchhof

Unfall mit ICE: Großübung am Weltkugeltunnel an Bahnstrecke

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Melsungen. Am Samstag ab 13.35 Uhr heulten im gesamten Schwalm-Eder-Kreis zahlreiche Sirenen und bei vielen Einsatzkräften von Feuerwehren und Hilfsdiensten piepsten die Funkalarmempfänger.

Und das war schon die erste Aufgabe, die bei einer Alarmierungsübung getestet werden sollte. Die gleichzeitige Alarmierung von 34 Sirenen- und 59 Melderschleifen war eine große Herausforderung an die neue Technik in der Rettungsleitstelle in Homberg. Doch alle Bedenken waren umsonst. Innerhalb von sechs Minuten waren alle Alarme raus und die ersten Einsatzkräfte rückten schon wenige Minuten später aus.

Kurz darauf hörte man im Umfeld von Melsungen immer wieder Martinshörner und sah Einsatzfahrzeuge zu ihren in den Einsatzplänen vorgegebenen Orten anrücken. Ziel der Großübung am Weltkugeltunnel war die Kommunikationswege zwischen Einsatz-Abschnittsleitungen (EAL), der Technischen Einsatzleitung (TEL) und den eingesetzten Kräften zu testen. Die entsprechenden Führungsstrukturen sollten aufgebaut und in Betrieb genommen werden. Die hierfür benötigte Zeit soll den Verantwortlichen wertvolle Hinweise für die weitere Einsatzplanung für solche Großschadenslagen geben.

Übungsort war der Weltkugeltunnel zwischen Adelshausen und Kirchhof auf der ICE-Schnellfahrstrecke Kassel-Fulda. Das Übungsszenario war ein Unfall mit einem ICE in dem Tunnel. Danach soll ein Hilfeleistungseinsatz der Einsatzstufe 3 (Massenfall von Verletzten und Beteiligten in unbekannter Zahl) MANV erfolgen. Allerdings rückten nicht die kompletten Löschzüge mit allen Einsatzkräften aus, sondern nur die jeweiligen Führungseinheiten. Verantwortlich für diese Alarmierungsübung war Kreisbrandmeister Frank Jacob (Körle). Trotzdem waren 262 Einsatzkräfte vom Sanitätsdienst und aus 41 Feuerwehren im Schwalm-Eder-Kreis und der Einsatzleitwagen (ELW 2) aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg vor Ort.

Wie Jacob sagte, gehen die Verantwortlichen bei einem Realeinsatz von weit über 1.000 Helfern aus, wenn die kompletten Einsatzgruppen ausrücken. Dies ist logistisch eine enorme Herausforderung. Besonders die Mitarbeiter in der TEL sind dann gefordert, den bei einem Realeinsatz kommen Rettungskräfte aus ganz Hessen zur Unterstützung. Dazu liegen Pläne vor, wo die entsprechenden Bereitstellungsplätze eingerichtet werden. Auch bei dieser Übung wurden die Bereitstellungsplätze in Betrieb genommen und angenommene Zahlen in die entsprechende EAL übermittelt. Versorgung dieser Einsatzkräfte mit Verpflegung und Betriebsstoffen sind Aufgaben der für die Bereitstellungsplätze zuständigen Feuerwehren.

Als erstes waren die Wehren aus Melsungen und Spangenberg an ihren vorgegebenen Einsatzorten. Sie hatten die Aufgabe die EAL „Einsatz“ zu übernehmen. Unterstützt wurden sie von den Portalfeuerwehren, die in einem entsprechenden Plan für diese Einsatzart und den jeweiligen Tunnel vorgeben sind.

Die Leitung der TEL im EDEKA-Messezentrum hatte Kreisbrandmeister Michael von Bredow. Hier liefen alle Lagemeldungen ein und die entsprechenden Übersichten und Karten wurden hier geführt. Zum Übungsende äußerte sich von Bredow sehr positiv über den Ablauf der Übung. Die Übungsziele wurden alle erreicht und auch das befürchtete Funkchaos blieb aus. Die Einführung der Digitalfunktechnik hat sich hier sehr gut ausgewirkt. Die Alarmierungen und der Funkverkehr haben dank der neuen Technik bestens geklappt. Alle Meldungen gingen entsprechend in der TEL ein und konnten so schnell bearbeitet werden.

Großübung der Feuerwehren an ICE-Strecke bei Melsungen

Großen Anteil am Übungserfolg hatten aber auch die für die Einrichtung einer TEL sehr gut geeigneten Räumlichkeiten im Messezentrum. Kreisbrandinspektor Torsten Hertel lobte das Engagement und die Mitarbeiter aller Einsatzkräfte, ob an den Portalplätzen, in den EAL´s oder auch der vielen Helfer, welche die Lotsendienste für Einsatzfahrzeuge versahen. Er sagte, dass die Übung sehr gut gelaufen ist. Seine Haupterkenntnis: „Nach den Erfahrungen dieser Übung sehe ich reelle Chance, dass wir einen Realeinsatz dieser Art gut abarbeiten können. Die Helfer sind motiviert und arbeiten auch gut mit.“ Zum Übungsende lud die EDEKA alle Übungsteilnehmern zu einem kleinen Imbiss ein, was von den Helfern dankbar angenommen wurde.

Quelle: HNA

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