Jens Umbach: Erfolgreicher Fotograf aus Falkenberg – Aktuelle Ausstellung in Kassel

Aus dem Grün ins Grau

Das Model: Blake Lively ist auch Schauspielerin, unter anderem hat sie in der Serie „Gossip Girl“ gespielt.

Falkenberg/Hamburg/New York. Nach 16 Jahren im Grün war es offenbar Zeit für ein paar Jahre im Grau. So beschreibt Jens Umbach den Sprung von einem idyllische Dörfchen in die Weltstadt: von Falkenberg nach New York City.

Jens Umbach ist ein erfolgreicher Fotograf mit Standbeinen in New York und Hamburg. Zurzeit ist seine Ausstellung „Afghanistan“ im Kasseler Museum für Sepulkralkultur zu sehen.

Falkenberg, so sagt Umbach, war toll zum Aufwachsen, aber dann musste er raus in die große weite Welt. BWL war für ihn ein Irrweg, der nach zwei Semestern endete, im Studiengang Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie fand Umbach dann seine Bestimmung.

Doch Darmstadt war ihm offenbar noch nicht weit genug weg. So beschloss er im fünften Semester dorthin zu gehen, wo die großen Fotografen dieser Welt arbeiten: New York City. „Man muss schon blauäugig sein, um mit 23 zu denken, dass diese Stadt nur auf einen wartet.“

Sie wartete nicht auf Jens Umbach aus Falkenberg, aber er putzte Klinken, absolvierte Praktika und steckte nicht auf. Der amerikanische Traum? Naja, vom Tellerwäscher zum Millionär sei nicht ganz die richtige Beschreibung für seinen Werdegang, sagt der Fotograf.

Doch nach und nach lief seine Karriere an. Er hat Prominente fotografiert, sein Augenmerk gilt dem Porträt, wobei Umbach das Wort auf Anraten seiner Agentur eigentlich meiden soll. „Sonst rückt man das immer in die Nähe des Passfotos“, sagt er – „People-Fotografie“ sei der geeignete Begriff; Leute- oder Menschenfotografie.

Und Menschenbilder, die so viel mehr sind als ein Passfoto, stehen im Zentrum seiner Afghanistanbilder. Umbach hat vier Jahre lang mit dem Projekt zugebracht. Er hat Soldaten, Angehörige, Hinterbliebene fotografiert, die Bilder entstanden in ganz Deutschland und in Afghanistan.

Als er vor fünf Jahren aus New York zurück nach Deutschland kam, wo er in Hamburg tätig ist, fiel ihm auf, wie unterschiedlich in beiden Ländern die Militäreinsätze gesehen werden.

„Man weiß um seine geostrategischen Interessen“, sagt er über die USA, da seien die Menschen sehr pragmatisch. In Deutschland dagegen werde der Einsatz in Afghanistan mehrheitlich abgelehnt. Umbach wollte die Menschen treffen, die direkt mit dem Einsatz zu tun haben. Drei Monate im Vorfeld begannen die Telefonate.

Das Land lässt Umbach nicht los. Soeben habe er vereinbart, wieder an den Hindukusch zu reisen, erzählt er. Dann will er Afghanen fotografieren. Solche, deren Leben der Einsatz verbessert hat; solche, die Opfer des Krieges wurden, und solche, die Flüchtlinge in Deutschland sind.

Aus der Idylle Falkenbergs in die Weltstadt New York, von dort nach Hamburg und in den Kriegseinsatz. Jens Umbach hat die Welt gesehen – und er hat eindrucksvolle Bilder mitgebracht. Foto: privat

• Bis 27. Juli, Weinbergstr. 25-27, Di-So 10-17, Mi 10-20 Uhr. www.sepulkralmuseum.de

Das Buch (seltmann + söhne, 110 S., 72 Fotos) kostet 44 Euro (Edition mit einem nummerierten, signierten Abzug 199 Euro).

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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