Kreistagsfraktion will besseren Verbraucherschutz

Grüne warnen vor Antibiotika

Oberlistingen. Die Grüne Kreistagsfraktion kritisiert den hohen Einsatz von Antibiotika in der Tiermast. Zur Kreistagssitzung am Freitag, 9. November, will sie einen Änderungsantrag vorlegen, in dem es um einen verbesserten Verbraucherschutz geht.

Eine Ende vergangenen Jahres veröffentlichte Studie aus Niedersachsen komme zu dem Ergebnis, dass bei 82 Prozent der Masthühner, mehr als dreiviertel aller Mastschweine und allen Mastkälbern Antibiotika eingesetzt wurde, so Fraktionschefin Steffi Weinert aus Oberlistingen. Je mehr Antibiotika verwendet würden, umso größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass sich resistente Bakterien bildeten. Davon seien nicht nur Tiere betroffen, sondern auch Menschen.

Bisher seien die Keime vor allem in Krankenhäusern aufgetreten, doch auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder vom Tier zu Mensch sei möglich. Auch über die Verarbeitung von tierischen Lebensmitteln könne es zu einer Infektion mit resistenten Keimen kommen.

Neuste Meldungen des Robert-Koch-Institutes belegten, dass multiresistente Keime ein potenzielles Risiko für den Menschen darstellen. Auch das Bundesamt für Risikobewertung gehe laut Weinert davon aus, dass ein Gesundheitsrisiko für den Menschen von multiresistenten Darmbakterien aus der Tierhaltung besteht.

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Deshalb hält es die Kreistagsfraktion der Grünen für zwingend erforderlich, dass die Hessische Landesregierung die Bürger über das Risiko informiert und geeignete Maßnahmen ergreift, um die Bevölkerung vor der Übertragung von resistenten Keimen zu schützen.

Weiterhin drängt die Fraktion der Grünen darauf, dass von der Hessischen Landesregierung eine Studie über Antibiotikaresistenzen in Hessen erstellt wird. Parallel sollten Maßnahmen erarbeitet werden, die die Entstehung von resistenten Keimen verringern. Eine artgerechte Tierhaltung könne dazu beitragen. (ant)

Quelle: HNA

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