Grünes Licht für Diakonie

Bald Wohnort für Menschen mit Behinderungen: Das alte Amtsgericht in Wolfhagen hat die Diakonie übernommen. Foto: Archiv

Wolfhagen. In ihrer letzten Sitzung des Jahres gab die in der Stadthalle tagende Wolfhager Stadtverordnetenversammlung grünes Licht für eine Nachnutzung des ehemaligen Amtsgerichtsgebäudes in der Wolfhager Burgstraße.

Mit allen Stimmen der SPD-, Bündnis 90/Die Grünen- sowie BWB-Fraktion beschlossen die Kommunalpolitiker, den zum Diakonischen Werk gehörenden Baunataler Werkstätten einen nicht rückzahlbaren Investitionszuschuss in Höhe von 118 000 Euro zu gewähren. Verteilt auf mehrere Jahre, so dass die folgenden städtischen Haushalte jährlich lediglich mit rund 9000 Euro belastet werden.

CDU stimmt dagegen

Gegen den Zuschuss stimmten acht CDU-Stadtverordnete. Christdemokratin Iris Kolmann begründete das Nein ihrer Fraktion: „Wir begrüßen grundsätzlich das Vorhaben der Baunataler Werkstätten, unterstützen auch vorbehaltlos die Inklusionsbemühungen (Gleichstellung) sowie Innenstadtbelebung durch die Stadt. Doch die städtischen Kassen sind leer, deshalb ist eine so hohe Kostenbeteiligung für uns nicht vertretbar. Zudem sind wir auch nicht dafür zuständig, offensichtliche Fehlinvestitionen anderer mit Steuergeldern zu beheben.“

Mit dieser Aussage standen die Christdemokraten aber alleine. Heiko Weiershäuser (SPD): „Die Investitionsgewährung geht natürlich im Zeichen eines leeren Stadtsäckels an die Schmerzgrenze. Durch die jährlichen 9000 Euro wird die Stadt aber nicht aus den Schuhen kippen.“ Dieser Meinung „zur Umsetzung eines sinnvollen Projekts“ waren ebenfalls Peter Kranz (Bündnis 90/Die Grünen) und Jens Kühle (BWB).

Die Baunataler Werkstätten haben das ehemalige Wolfhager Amtsgerichtsgebäude von einem Privatinvestor erworben. Dort wollen sie einen Wohnstandort für rund 15 bisher in Hofgeismar untergebrachte Menschen mit Behinderungen einrichten.

Das Gesamtvolumen dieser Maßnahme schlägt mit etwa 1,5 Millionen Euro zu Buche. Davon erhält der Bauherr mit dem jetzt von der Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich beschlossenen Investitionszuschuss sowie über Fördergelder aus dem Programm „Aktive Kernbereiche“ insgesamt 441.000 Euro Fördermittel. (zih)

Quelle: HNA

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