Grundstücke: Immer mehr Erben winken ab

Im Wolfhager Land fallen zunehmend Immobilien ans Land. Oft genug müssen die Kommunen einspringen, wenn das Land der Verkehrssicherheitspflicht nicht nachkommt.

Wolfhager Land. Die Zahl der Grundstücke und Häuser im Altkreis Wolfhagen, die von Erben nicht mehr übernommen werden oder deren Eigentum aufgegeben wird, nimmt zu. Neben dem demografischen Wandel spielen dabei vor allem finanzielle Gründe eine Rolle. Als dramatisch wird die Entwicklung im Wolfhager Land allerdings noch nicht angesehen.

Die so genannten Fiskalerbschaften, bei denen das Land Hessen die Erbschaft antritt, ist im Wolfhager Land von 2011 bis Ende 2013 von um elf auf 15 gestiegen. Hessenweit gab es im gleichen Zeitraum einen Anstieg von 1450 auf 2061.

Herrenlose Grundstücke, also vom Besitzer aufgegebenes Eigentum, wurden zwischen 2011 bis 2013 im Wolfhager Land zwei verzeichnet. Dem Hessischen Immobilienmanagement (HI), das diese Zahlen auf Anfrage mitteilte, waren 2011 landesweit 170 herrenlose Grundstücke bekannt, 2013 waren es 220.

Renate Gunzenhauser, Pressesprecherin des HI schränkte aber ein, dass es im Bereich der herrenlosen Grundstücke keine endgültigen Zahlen seien. Das Land kann, muss sich aber diese Grundstücke nicht aneignen.

„Fiskalerbschaften sind eher ein Sorgenkind“, sagte Gunzenhauser. In den meisten Fällen wird die Erbschaft nämlich aus finanziellen Gründen ausgeschlagen, das heißt, die Grundstücke und Gebäude sind überschuldet. Sie müssen in aufwendigen und personalintensiven Verfahren und Verhandlungen mit Gläubigern überhaupt erst verkaufsreif gemacht werden - ohne Garantie, dass das Land sie dann auch los wird.

Das Land ist auch für die Verkehrssicherungspflicht zuständig, mögliche Gefahren für die Allgemeinheit müssen ausgeschlossen werden. Da kommen die Kommunen ins Spiel - sie springen oft ein, weil sie diese Arbeit vom Land nicht ausreichend gewährleistet sehen.

Von Silke Schäfer-Marg und Norbert Müller

Quelle: HNA

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