Gudensberg drückt bei Datennetz auf die Tube

Flächendeckende Breitbandversorgung soll bis 2015 stehen

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Gudensberg. Geschwindigkeit ist Trumpf, wenn es um den Datenaustausch im Internet geht. Deshalb drückt die Stadt Gudensberg jetzt auch mächtig auf die Tube und will auf eigene Rechnung ein flächendeckendes Breitbandnetz aufbauen, das Übertragungsraten von bis zu 50 Mbit pro Sekunde ermöglicht.

Die Stadtverordneten fassten dazu am Donnerstagabend einstimmig den Beschluss.

2,2 Millionen Euro nimmt die Stadt aus den Rücklagen und finanziert damit den Tiefbau, die Leerrohre und das Glasfasernetz. Diese Infrastruktur soll an einen Netzbetreiber verpachtet werden, der sich um Vertrieb und Betrieb kümmert. In 20 Jahren werde sich die Investition amortisiert haben, sagte Bürgermeister Frank Börner. Schon ab dem Frühjahr 2015 soll das schnelle Datennetz zur Verfügung stehen – auch in den Stadtteilen. Auch dort gebe es Unternehmen, die darauf angewiesen seien, große Datenmengen zu verschicken.

Um den Zeitplan einhalten zu können, werde an mehreren Standorten gleichzeitig mit den Arbeiten begonnen werden, kündigte Börner an.

Aktualisiert um 15.00 Uhr

Die Pläne der Landesregierung, ihr Darlehensprogramm für den Breitbandausbau erheblich aufzustocken, würden in Gudensberg mit Interesse verfolgt. Dies sei aber nur eine Option, wenn die Darlehen zinsgünstig gewährt würden, sagte Börner gegenüber der HNA. Die Gudensberger Initiative stehe im übrigen nicht in Konkurrenz zu dem Ausbauvorhaben der Landkreise, die sich im so genannten NGA-Cluster Nordhessen zusammengeschlossen haben.

Börner: „Wir betrachten den Breitbandausbau als wichtigen Standortfaktor, sonst geht keiner mehr nach Gudensberg.“ Die Rücklagen der Stadt seien damit zwar aufgebraucht, aber diese Ausgaben würden sich amortisieren. Die Telekom und auch andere Anbieter hätten kein Interesse am Ausbau des Breitbandnetzes gehabt.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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