Landtagswahl: Günter Rudolph, wer sonst?

Gudensberg. Günter Rudolph aus Edermünde-Haldorf wird sich bei der hessischen Landtagswahl im Herbst 2013 erneut als SPD-Kandidat um das Direktmandat im Wahlkreis 7 (Schwalm-Eder Nord) bewerben.

Die Delegierten aus den SPD-Ortsverbänden der Unterkreise Fritzlar/Gudensberg und Melsungen wählten ihn in der Wahlkreisversammlung in Gudensberg am Freitagabend fast einstimmig zu ihrem Kandidaten.

63 von 64 Delegierten, die ihre Stimme abgaben, sprachen sich für den Haldorfer Polit-Profi aus – ein Wahlergebnis, wie er es in seiner langen Karriere noch nie erlebt hatte.

Immerhin vertritt er den Wahlkreis schon seit 1995 in Wiesbaden und wurde jedes Mal direkt gewählt, erhielt also die meisten Stimmen der Wähler zwischen Ungedanken und Vockerode.

Dass er seine kämpferische Haltung nicht eingebüßt hat, bewies er in seinem Rechenschaftsbericht. „Zieht Euch warm an“, rief er den politischen Gegnern zu: Die SPD, die sich nach der Niederlage vor vier Jahren wieder als erfolgreiches Team in Hessen präsentiere, sei wild entschlossen, wieder die Regierung zu übernehmen.

Der schwarz-gelben Regierung stellte er ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Sämtliche der so genannten Leuchtturmprojekte seien gescheitert, von der Privatisierung der Unikliniken über den Flughafenausbau bis zur Verdoppelung der Schuldenlast oder der Bildungspolitik.

„Wir müssen die Schwächen der Regierung aufdecken, aber auch eigene Alternativen nennen“, sagt Rudolph. Als Beispiele nannte er ein anderen Konzept in der frühkindlichen Förderung, die sechsjährige Mittelstufe für alle Schüler und die bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen.

„Wir brauchen einen handlungsfähigen Staat“, forderte Rudolph und betonte, dass die SPD deshalb für mehr Steuereinnahmen eintrete, bei Bestverdienern, bei Erbschaften. Zudem müsse Steuerbetrug stärker bestraft werden, das sei kein Kavaliersdelikt.

Weiteres sozialdemokratischen Anliegen sei der Mindestlohn. „Erwerbsarmut führt zu Altersarmut“, sagte Rudolph, „bei diesem Thema müssen wir die Schwarzen vor uns her treiben.“

Unterstützt wird Rudolph von dem Gudensberger SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Edgar Franke, der ebenfalls in Haldorf aufgewachsen ist. „Günter ist überzeugter Nordhesse, deshalb kommt er auch an“, sagte Franke und fügte als Insider hinzu: „Seine Schnudde hat er von seiner Mutter geerbt“.

Da die Landtagswahl in Hessen und die Bundestagswahl im Herbst stattfinden, eventuell sogar beide am 22. September, kündigte Franke einen druckvollen gemeinsamen Wahlkampf für dieses Jahr an, „für eine sozialdemokratische Alternative in Wiesbaden und Berlin“.

Zum Ersatzbewerber wählte die Versammlung den Wolfershäuser Stefan Umbach, der sich kurz vorstellte. Bekannt wurde der verheiratete Familienvater, der auch Stadtverordnetenvorsteher in Felsberg ist, bereits durch seine Kandidatur bei der Bürgermeisterwahl in Felsberg, bei der der unabhängige Kandidat Volker Steinmetz gewählt wurde.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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