Die Raiffeisenbank Borken ist mit der Bilanz des Jahres 2009 zufrieden

Gut, weil ganz normal

Er hat Spuren hinterlassen: Wolfgang König, Vorstandschef der Raiffeisenbank Borken. Im Hintergrund ein Fingerabdruck seiner Tochter Lea, die Ingenieurin für Biotechnologie ist. Foto: Dellit

Borken. „Wir sind“, sagt Wolfgang König, „eine ganz normale Raiffeisenbank.“ Dieser Satz des Vorstandschefs der Raiffeisenbank Borken klingt banal, ist aber aus Sicht des Instituts eine sehr gute Nachricht. Denn die Bank hatte einmal einen Schuldenberg von 15 Millionen Euro.

Nun sei die Sanierung im Wesentlichen abgeschlossen, sagt König, der die Zahlen für 2009 den Mitgliedern in der Generalversammlung in Borken vorgelegt hatte. 1,6 Millionen Euro muss Raiffeisen noch zurückzahlen, mindestens 200 000 Euro pro Jahr.

König: Eine harte Zeit

Als „harte Zeit“ beschreibt König die vergangenen Jahre. Die Sanierung kostete auch Bankmitarbeitern den Job. So gab es im Jahr 2003 noch 88 Vollzeitstellen, heute sind es 48. Betroffen sind aber noch mehr Menschen, weil manche Stellen auf mehrere Personen verteilt sind. So arbeiten bei Raiffeisen momentan 60 Menschen auf den 48 Stellen. König hält es für möglich, dass diese Zahl wieder steigt.

Kredite: In der Sanierungsphase mussten zunächst faule Kredite verkauft werden, die von den Kunden nicht mehr bedient wurden. Nur mit Geld in der Kasse habe man Zinsen verdienen können, sagt König.

Die Richtlinien für die Vergabe eines Kredits seien 2004 geändert worden und seitdem weitgehend gleich geblieben. Bevor die Zuschussregeln geändert wurden, habe es noch einen Ansturm auf Kredite für Solaranlagen gegeben.

Immobilien: Auf diesem Markt gibt es im Bereich von Raiffeisen Borken (Borken, Bad Zwesten, Jesberg, Neuental) fast keine Bewegung.

Demografie: „Kummer macht uns das demografische Umfeld“, sagt König. In wenigen Jahren sei die Einwohnerzahl im Bereich seiner Bank fast um 4000 Menschen geschrumpft.

Finanzkrise: Raiffeisen sei davon nur am Rand betroffen, sagt König. Es sei aber möglich, dass die Wirtschaftskrise zeitversetzt bei den Bankkunden doch noch ankomme.

Fusion: König sieht keinen Druck zu Bankenfusionen im Schwalm-Eder-Kreis. Mindestens für die nächsten drei bis fünf Jahre sehe er keinen Handlungsbedarf.

Eigenkapital: Die Bank sollte nach Königs Ansicht sieben Millionen Euro mehr Eigenkapital haben. Königs Ziel lautet: Jedes Jahr eine Million Euro beiseite legen.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

Kommentare